Benefiz-Spiel

Ex-Herthaner Marko Pantelic kehrt nach Berlin zurück

Der 34-Jährige ist an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, um den an Leukämie verstorbenen Alex Alves zu ehren. Er nimmt am Abend im Jahn-Sportpark am Abschiedsspiel für den Brasilianer teil.

Die Frisur ist noch dieselbe, sonst aber hat sich einiges verändert im Leben des Marko Pantelic. Am Mittwoch landete der ehemalige Stürmerstar von Hertha BSC in Tegel.

Der 34-Jährige ist an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, um den im November an Leukämie verstorbenen Alex Alves zu ehren. Mit Hertha-Legenden wie Dick van Burik oder Stefan Beinlich nimmt Pantelic am heutigen Sonnabend (18 Uhr/Jahn-Sportpark) am Abschiedsspiel für den Brasilianer teil. Zusammengespielt haben beide nie. Doch sie waren Brüder im Geiste.

Als Pantelic 2005 zu Hertha BSC kam, stürmte der Serbe geradezu in die Lücke, die Alves 2003 nach seinem Weggang aus Berlin hinterließ. Ähnlich wie Alves, der nicht nur auf dem Spielfeld als Exzentriker galt, haftete auch Pantelic schnell etwas Divenhaftes an. Als Hoffnungsträger wurde der Stürmer vom damaligen Manager Dieter Hoeneß von Roter Stern Belgrad nach Berlin gelotst. In 114 Partien erzielte er 45 Tore für Hertha.

Doch er machte auch außerhalb des Platzes von sich Reden, drohte gern mal mit seinem Abschied und kokettierte mit Angeboten anderer Klubs. Diese Zeiten aber sind längst vorbei. Nach einem Jahr bei Ajax Amsterdam in den Niederlanden wechselte Pantelic 2010 zu Olympiakos Piräus nach Griechenland. Nach zwei Spielzeiten läuft sein Vertrag am 30. Juni 2013 jedoch aus. Nun wartet der einst gefragte Angreifer in Athen auf die Verlängerung des Kontrakts.

Von der Diva zum Bittsteller

Der Mann, der sich gern bitten ließ, ist nun selbst zum Bittsteller geworden. Die Verantwortlichen des griechischen Erstligisten lassen sich Zeit, um zu überlegen, ob sie weiterhin auf ihn setzen wollen. Pantelics Zukunft ist ungewiss, Sorgen macht er sich aber nicht: „Was in Zukunft passieren wird, das werden wir sehen. Ich habe schon einige Angebote vorliegen, aber es ist nichts Konkretes dabei, und ich habe ja noch genug Zeit“, sagte er der Morgenpost.

In Geduld üben muss sich Pantelic, weil er seinen Stammplatz in der aktuellen Spielzeit an die Sturmkollegen Djebbour und Mitroglou verloren hat. Auf lediglich neun Spiele und einen Treffer brachte er es. Keine starken Argumente für eine Weiterbeschäftigung in dem von der Schuldenkrise gebeutelten Land.

Rückkehr in die Bundesliga ist vorstellbar

Dennoch sagt er: „Ich möchte auf jeden Fall noch drei bis vier Jahre Fußball spielen.“ Olympiakos Piräus hatte schon vor Pantelic gern auf alternde Stars gesetzt: Der Brasilianer Rivaldo wurde hier einst verpflichtet. Auch der Schwede Olof Mellberg und der Portugiese Raul Bravo. Gern würde Pantelic seine Karriere in Griechenland ausklingen lassen, denn er möchte seine beiden Kinder nicht aus dem gewohnten Umfeld in Athen reißen.

Einen Plan B hat er trotzdem: „Später will ich mich dann gerne mit den organisatorischen Dingen des Fußballs befassen“, sagte Pantelic und erzählte stolz von seinem bereits begonnenen Sportmanagement-Studium. Daher könne er sich auch eine Beschäftigung als Funktionär vorstellen: „Kommen Angebote für andere Vereinstätigkeiten rein, höre ich mir diese auch gerne an.“ Im September wird er die Trainer-Lizenz erwerben, „jedoch nur, um zu verstehen wie ein Trainer denkt“.

Denn eigentlich will Pantelic seine Karriere noch lange nicht beenden. Selbst eine Rückkehr in die Bundesliga kann er sich vorstellen. „Kontakte zu Vereinen aus Deutschland gibt es jedoch nicht. Aber man weiß ja nie, im Fußball ist alles möglich“, sagt Pantelic.

Herthas Rekordsaison in der Zweiten Liga hat er aufmerksam verfolgt: „Ich bin stolz, dass Hertha BSC künftig wieder in der Bundesliga spielt. Der Klub gehört einfach in die erste Liga, und ich bin zuversichtlich, dass die Mannschaft auch langfristig dort bleibt“, sagt er. Eine Rückkehr als Profi zu Hertha aber wird es nicht geben. Dafür hat sich in den vergangenen vier Jahren zu viel verändert.

Bei Marko Pantelic genauso wie bei den Berlinern. Kaum vorstellbar, dass Trainer Jos Luhukay sich solche Extravaganzen wie damals von Pantelic heute bieten lassen würde. Da ließ der Serbe nach einem Länderspiel schon einmal eigenmächtig eine Trainingseinheit sausen, um sich zu Hause auf die Couch zu legen. Auch wenn der Serbe ganz besondere familiäre Beziehungen in die deutsche Hauptstadt hat, hier wurde 2009 seine Tochter Allegra geboren, zu den Blau-Weißen würde er nicht mehr passen.

Und so wird Pantelic beim Abschiedsspiel von Alex Alves die Gelegenheit nutzen, um mit den ehemaligen Weggefährten alte Geschichten aus Hertha-Zeiten zu erzählen. Der Zauber des Fußballs steckt oft in den Erinnerungen. Für Marko Pantelic werden es die Erinnerungen an die größte Zeit seiner Karriere sein.

Die Organisatoren des Abschiedsspiels wollen den Erlös der Veranstaltung an die DFB-Stiftung Egidius Braun spenden. Hertha BSC selbst ist nicht an der Ausrichtung der Partie beteiligt und hat stattdessen nach dem Tod des Spielers eine Ausbildungsversicherung für Alessandra Alves abgeschlossen, die ihr direkt zu Gute kommt.