Nationalmannschaft

Khedira und Hummels haben das Zeug zum Anführer

2014 ist noch weit. Podolski und Co. werden auch dann noch die Köpfe der deutschen Nationalelf sein. Doch junge Wilde drängen nach vorn.

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Neue Ziele? Unmittelbar nach dem K.o. gegen Italien konnte sich niemand im Nationalteam für neue Aufgaben aufrappeln. „Jetzt haben wir ein paar Wochen Urlaub. Jetzt heißt es, wieder den Akku aufzuladen und zu regenerieren“, erklärte Kapitän Philipp Lahm.

„2014 ist ein bisschen weit“, betonte auch Bundestrainer Joachim Löw, bevor er von der Bildfläche verschwand. Doch der Neubeginn wird den Bundestrainer und seine enttäuschten EM-Fahrer spätestens in sechs Wochen beschäftigen. Dann trifft sich die DFB-Auswahl in Frankfurt zum Länderspiel gegen Argentinien.

Nur 48 Tage liegen zwischen dem 1:2 gegen Angstgegner Italien und dem Freundschaftskick gegen Lionel Messi & Co. am 15. August. Dann wird auch Löw mit dem nominierten Kader erste Signale aussenden, „welche neuen Reize und welche neuen Möglichkeiten“ er im Hinblick auf die nächste Titelchance bei der WM 2014 Jahren in Brasilien setzen will.

Einen radikalen Personalwechsel wird es nicht geben. Selbst Team-Senior Miroslav Klose (34) dachte im Moment des großen Italien-Frusts nicht an einen freiwilligen Rückzug. „Ich kann mir vorstellen, noch zwei Jahre zu spielen.“

Weiterhin junge Spieler einbauen

„Wir haben eine sehr junge Nationalmannschaft, die den Weg weitergehen muss und auch wird“, betonte Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger. Lahm (28) und Schweinsteiger (27) – das könnten auch 2014 die Anführer sein.

Obwohl sich schon in Polen und der Ukraine der geborene Anführer Sami Khedira, der überzeugende Torhüter Manuel Neuer und mit Abstrichen sogar Turnierdebütant Mats Hummels als Köpfe der noch unvollendeten Youngster-Truppe aufdrängten.

Lukas Podolski und Per Mertesacker können sich dagegen nicht mehr auf alte Verdienste berufen. „Unsere Zukunft sieht sehr gut aus, weil hinten dran junge Spieler sind, die darauf warten, solche Turniere zu spielen“, sagte Lahm.

Mario Götze, André Schürrle, Lars Bender, vor allem aber auch der künftige Dortmunder Marco Reus, heißen die aussichtsreichsten Perspektivspieler für Brasilien.

„Es ist auch wichtig, dass eine Mannschaft immer wieder einen gewissen Durchlauf hat. Es war ein bewusster Plan von uns, nach der EM 2008 und auch nach der WM 2010 junge Spieler einzubauen. Das wird auch nach 2012 so sein“, hatte Löw schon vor dem Aus gegen Italien betont.

"Deutschland natürlich immer der Favorit"

Insgesamt 30 Turnierspieler hat er in seiner sechsjährigen Amtszeit ausgemustert, neun Turnierneulinge waren bei der EM 2012 dabei. „Natürlich mache ich mir Gedanken, welche neuen Ansätze zu finden sind, was man korrigieren kann.“

Erste Fingerzeige könnte er noch vor dem Start der Bundesliga in ihre 50. Spielzeit geben. In 45 Tagen startet gegen Argentinien der neue Zwei-Jahres-Plan des Bundestrainers.

Drei Wochen später ist der Fußballzwerg Färöer am 7. September in Hannover erster Punktspiel-Gegner in der Qualifikation zur WM 2014. Vier Tage später folgt in Wien gegen Österreich das erste Auswärtsspiel.

Die höchsten Hürden auf dem Weg nach Brasilien sind die bei der EM in der Vorrunde gescheiterten Teams von Schweden und Irland, fünfter Kontrahent ist Kasachstan. „Deutschland ist in der Qualifikation natürlich immer der Favorit“, hatte Löw nach der Auslosung gesagt.

Nur der Gruppenerste löst direkt das WM-Ticket, dem Zweiten bleibt der Umweg über die Relegation.