2:0-Sieg

Frankreich schlägt Ukraine nach Unwetter von Donezk

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Der EM-Co-Gastgeber hat das für 58 Minuten unterbrochene Spiel gegen Frankreich mit 0:2 verloren und bangt um den Einzug ins Viertelfinale.

„Le Bleus“ behalten nach der Gewitter-Pause kühlen Kopf: Frankreich hat die Ukraine mit 2:0 (0:0) bezwungen und der Euphorie im Land des EM-Gastgebers einen Dämpfer versetzt. Der Europameister von 2000 behauptete sich am Freitag in Donezk nach einem offensiven und mutigen Auftritt und hat nun mit vier Punkten gute Aussichten auf das Erreichen des Viertelfinales.

Jeremy Menez (53. Minute) und Yohan Cabaye (56.) trafen in einem temporeichen Match zum verdienten Sieg für das Team von Laurent Blanc. Schiedsrichter Björn Kuipers (Niederlande) hatte das Spiel in der fünften Spielminute wegen eines Gewitters mit extremen Regenfällen unterbrochen und erst nach 55-minütiger Pause fortführen lassen.

Es war zwar Frankreichs 23. Partie in Folge ohne Niederlage, aber der erste Sieg bei einem großen Turnier seit dem WM-Halbfinale 2006 in Deutschland gegen Portugal. Die ukrainische Mannschaft von Oleg Blochin konnte die Träume der gelb-blauen Mehrheit der 48.000 Zuschauer in der Donbass Arena auf einen vorzeitigen Einzug in die nächste Runde nicht erfüllen. Nun geht es im letzten Gruppenspiel am Dienstag gegen England um das Weiterkommen.

Blanc nahm nach dem 1:1 gegen England etwas überraschend zwei seiner erfahrenen Spieler aus dem Team: Für Patrice Evra verteidigte Gael Clichy links, außerdem spielte auf Rechtsaußen der offensive Jeremy Menez, der Florent Malouda ersetzte. Samir Nasri rückte in die Mitte. Blochin vertraute der zum Auftakt gegen Schweden siegreichen Elf.

„Die Sonne geht im Osten auf“, hatte die Zeitung „L'Equipe“ Frankreichs Kicker am Spieltag auf ihrer Titelseite erinnert. Doch zunächst schien nicht nur die Sonne, sondern sogar die Welt unterzugehen in der Donbass Arena. Schon während der französischen Hymne erschütterte ein ohrenbetäubender Donnerschlag die Arena. Dann setzte sintflutartiger Regen ein, Blitze zuckten über dem Stadion. Bereits nach knapp viereinhalb Spielminuten schickte Kuipers daher beide Teams in die Kabinen. Erst eine knappe Stunde später ging es weiter.

Schewtschenko scheitert an Lloris

Beide Mannschaften legten mit enorm viel Schwung wieder los: Nur wenige Sekunden nach Fortsetzung der Partie prüfte Karim Benzema die Handschuhe von Andrej Pjatow auf ihre Nässetauglichkeit. Menez, der neue Mann auf der rechten Seite, hatte für Frankreich mehrere gute Chancen. In der 16. wurde sein Tor zurecht wegen Abseits nicht anerkannt, und auf Vorlage des sehr fleißigen Bayern-Stars Franck Ribery vergab er in der 29. frei vor Pjatow. Fünf Minuten später lief dann auf der anderen Seite der ukrainische Volksheld Andrej Schewtschenko nach einem langen Ball von der linken Seite auf Lloris zu – seinen Schuss aufs kurze Eck hielt Frankreichs Kapitän jedoch sicher.

Ansonsten hatten weiter die Franzosen die besten Gelegenheiten, fast jede Minute kamen sie nun vor das ukrainische Tor. Den wuchtigen Kopfball von Philippe Mexes, der nach einem Nasri-Freistoß Jewgeni Selin übersprungen hatte, drehte der starke Pjatow noch um den Pfosten. So endete eine sehr temporeiche erste Hälfte torlos.

Vier Minuten nach der Pause setzte Menez seinen privaten Wettstreit mit Pjatow fort, und erneut konnte er den ukrainischen Keeper nicht überwinden. Der immer gefährliche Schewtschenko verfehlte nur Sekunden später mit einem Rechtsschuss knapp den Torwinkel und seinen dritten Turniertreffer. Dann belohnte sich Menez endlich für seine Mühen. Auf der rechten Seite freigespielt, zog er nach innen und schloss blitzschnell zum 1:0 in die kurze Ecke ab. Drei Minuten später setzte sich Cabaye nach Pass von Benzema gegen Oleg Gusew durch und brachte die Gastgeber-Fans in der Arena mit seinem Linksschuss gegen die Laufrichtung von Pjatow vorerst zum Schweigen. Cabaye verpasste mit einem Dropkick an den Pfosten in der 65. die endgültige Entscheidung.

( dapd/tj )