1:1 gegen Kroatien

Italien steht bei der Fußball-EM vor dem Vorrundenaus

Italien hat auch sein zweites EM-Spiel gegen Kroatien nur unentschieden gespielt und muss jetzt das Turnieraus fürchten.

Dem früheren Welt- und Europameister Italien muss bei der Fußball-EM das zweite Vorrundenaus bei einem Großturnier in Folge fürchten. Die von Skandalen geplagten Italiener kamen in ihrem zweiten Spiel nur zu einem 1:1 (1:0) gegen Kroatien und benötigen zum Abschluss der Vorrundengruppe C einen Sieg gegen Irland, um noch eine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale zu haben. Vor zwei Jahren war die Squadra Azzurra bei der WM als Titelverteidiger vorzeitig gescheitert.

Andrea Pirlo brachte die Italiener in der 39. Minute mit dem ersten direkt verwandelten Freistoß dieser Endrunde in Führung. Der in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg stürmende Mario Mandzukic sorgte in der 72. Minute für den Ausgleich. Es war für ihn bereits das dritte Turniertor, damit schloss Mandzukic in der Torjägerliste auf zu den in Führung liegenden Alan Dsagojew und Mario Gomez, die ebenfalls je dreimal getroffen haben.

Mit dem Remis bleiben die Kroaten seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 gegen Italien weiter ohne Niederlage. Trotzdem verpasste die Mannschaft des früheren Bundesligaprofis Slaven Bilic den vorzeitigen Sprung ins Viertelfinale. Das letzte Vorrundenspiel am Montag gegen Europameister Spanien wird somit ebenfalls zur Zitterpartie.

Pirlo verwandelt Freistoß direkt zur Führung

Wie schon beim 1:1 gegen Spanien boten die Italiener zunächst eine überzeugende Vorstellung. Mario Balotelli, der im Angriff erneut den Vorzug vor Antonio Di Natale bekommen hatte, vergab die Chance zur frühen Führung. Der 21-Jährige verfehlte mit einem Linksschuss knapp das Tor. Sturmpartner Antonio Cassano, der mit Aussagen über vermeintliche homosexuelle Mitspieler für kräftigen Wirbel gesorgt hatte, konnte dagegen erst nur wenige Akzente setzten. Mit fortlaufender Spielzeit wurde aber auch Cassano stärker, vergab in der 33. und 43. Minute jedoch zwei gute Chancen.

Besser machte es Pirlo. Der 33-Jährige schlenzte einen Freistoß aus gut 20 Meter über die Mauer ins kurze Eck. Unhaltbar schien der Ball für Kroatiens Torhüter Stipe Pletikosa allerdings nicht. Dabei hatte Pletikosa zuvor noch zweimal glänzend gegen Claudio Marchisio (37.) reagiert.

Leere Plätze im Stadion von Posen

Die Kroaten fanden kaum ins Spiel. Der Wolfsburger Mario Mandzukic, der gegen Irland doppelt getroffen hatte und mit Ivan Perisic vom Doublegewinner Borussia Dortmund und Gordon Schildenfeld von Aufsteiger Eintracht Frankfurt ein Bundesliga-Trio bildete, blieb bis zum Pausenpfiff weitgehend ungefährlich.

Dabei durften sich die Kroaten in Posen wie bei einem Heimspiel fühlen. Ihre Fans, von denen einige in der zweiten Halbzeit bengalische Feuer auf das Spielfeld warfen, waren deutlich in der Überzahl. Die kroatischen Journalisten hatten vor dem Anpfiff schon gespottet und gefragt, ob die italienischen Anhänger einen falschen Austragungsort angesteuert hätten. Immerhin etwa 5.000 italienische Fans waren aber doch im Stadion, das nur mit 37.096 Zuschauer gefüllt war. Fast 3.000 Plätze blieben leer.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Kroaten etwas stärker. Vor allem Luka Modric erhöhte das Tempo. Zwar hätte Balotelli trotzdem nach gut einer Stunde mit einem Distanzschuss für die Entscheidung sorgen können, doch er zielte zu hoch. Gut zehn Minuten später traf Mandzukic aus kurzer Distanz entschlossen zum nicht unverdienten Ausgleich gegen in dieser Phase zu passive Italiener.