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Aufsteiger Viktoria Berlin will den Trend fortsetzen

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Viktorias Enes Küc (l.) möchte auch gegen den Traditionsklub Kaiserslautern punkten.

Viktorias Enes Küc (l.) möchte auch gegen den Traditionsklub Kaiserslautern punkten.

Foto: Reinaldo Coddou H. / Getty Images

Trainer Muzzicato sieht Viktoria 89 in der 3. Liga aber unverändert in der Rolle des Underdogs - auch gegen Kaiserslautern.

Berlin. Tabellarisch sind die Rollen klar verteilt. Am dritten Spieltag der dritten Fußball-Liga trifft der zwei Mal siegreiche Tabellenführer Viktoria Berlin auf den 1. FC Kaiserslautern als Tabellen-16. mit einem Punkt. „Kaiserslautern ist ganz klar der Favorit“, sagt aber Viktoria-Trainer Benedetto Muzzicato vor dem Heimspiel am Sonntag im Jahn-Sportpark (13.00 Uhr/Magentasport), „allein schon der Klub mit dieser Tradition und Geschichte bringt die Favoritenrolle mit sich.“

Dass der Aufsteiger mit einem imposant herausgespielten 4:0-Erfolg beim Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig am letzten Spieltag die Tabellenführung übernahm, tangiert den 42-jährigen Deutsch-Italiener nicht. „Ich habe nach den zwei Spieltagen nicht ein Mal auf die Tabelle geschaut. Die Tabelle interessiert mich nach zehn, zwölf oder 15 Spieltagen“, sagte Muzzicato.

Viktoria verliert Test gegen Bundesligisten Leipzig nur 0:1

Erst dann hat das Tableau eine gewisse Aussagekraft über den wahren Leistungsstand der Mannschaft, die Muzzicato trotz des optimalen Starts noch nicht in der Liga angekommen sieht. „Natürlich sind wir noch nicht angekommen. Es fehlen Spiele, es fehlt Erfahrung, die Jungens müssen auf längere Zeit Konstanz zeigen. Nur dass wir erfolgreich waren heißt nicht, dass wir angekommen sind.“

Für Tolcay Cigerci ist der Traumstart keine Überraschung. „Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung und sind vom Trainerteam hervorragend auf die Saison eingestellt worden“, sagte der Mittelfeldspieler. „Unsere Spielweise ist ja darauf angelegt, dass wir das Spiel bestimmen wollen und uns weniger nach den Gegnern richten“, sagte der 26-Jährige dem „Kicker“.

Muzzicato siedelt den Leistungsstand seines Teams zwischen 70 und 80 Prozent an. „Bei dem einen oder anderen fehlen noch ein paar Körner“, sagte Muzzicato, der die Pokalpause nutzte, um an der Kondition zu feilen und die zuvor angeschlagenen Spieler oder Zugänge zu integrieren. Zum einen diente das mit 0:1 verlorene Testspiel bei der Saisoneröffnung von Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig am vergangenen Sonntag dazu, zum anderen der leicht herausgespielte 8:0-Erfolg in der ersten Runde des Landespokals am Mittwochabend beim Landesligisten Concordia Wittenau.

Erhöhung der Zuschauergrenze bringt Viktoria deutlich mehr Besucher

Während Muzzicato bei der Partie im Norden Berlins die Zugänge und zuvor angeschlagenen Kicker weiter in die Mannschaft einfügen konnte, war dem Trainer in der Red Bull Arena wichtig, dass die zumeist jungen Profis vor einer Kulisse von 7000 Zuschauern spielten, weil der „ein oder andere dieses Gefühl noch nicht kennt“ und diese Zuschauermenge demnächst noch öfter bei Ligaspielen sehen wird.

Wahrscheinlich sogar schon am kommenden Sonntag, da die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Mittwoch den Antrag auf Erhöhung der Personen von 1800 auf 5000 stattgegeben hatte. „Wir konnten schon am Mittwoch rund 1200 weitere Karten verkaufen“, sagte Viktoria-Geschäftsführer Peer Jaekel am Rande der Landespokalpartie, sodass insgesamt schon 3000 Tickets verkauft sind. Da auch Gästekarten zur Verfügung stehen, hofft der 39-Jährige darauf, dass gegen Kaiserslautern zumindest fast alle Karten verkauft werden können.

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( dpa )