Champions League

Lösbare Aufgaben für Bayern und Dortmund

Die Gruppen für die Uefa-Champions-League 2020/21 sind ausgelost. Bayern und BVB haben gute Chancen weiterzukommen.

Das war schön: Münchens Kapitän Manuel Neuer reckt nach dem Champions-League-Triumph den Henkelpott, die Bayern feiern.

Das war schön: Münchens Kapitän Manuel Neuer reckt nach dem Champions-League-Triumph den Henkelpott, die Bayern feiern.

Foto: Michael Regan / dpa

Genf. Die nächsten Gegner bei der Mission Titelverteidigung jagten Robert Lewandowski und Co. keinen Schrecken ein. Titelverteidiger FC Bayern München erwarten in der Gruppenphase der Champions League keine allzu großen Hürden. Dagegen gestaltet sich für Borussia Mönchengladbach die Rückkehr in die Königsklasse nach vier Jahren als Reise in die glorreiche Vergangenheit. Rekordgewinner Real Madrid und Inter Mailand wecken Erinnerungen an große Europapokal-Nächte der Fohlen-Elf.

Auch RB Leipzig hat eine schwierige Gruppe erwischt. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann bekommt es wie schon beim Halbfinal-K.o. im August mit Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel zu tun, dazu warten Englands Rekordchampion Manchester United und Istanbul Basaksehir. „Wir haben eine sehr anspruchsvolle Gruppe zugelost bekommen. Unser Ziel ist trotzdem das Achtelfinale“, sagte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche.

Atlético für Bayern die größte Herausforderung

Dagegen hatten die Bayern 39 Tage nach dem Triumph gegen PSG eher Losglück. Die größte Herausforderung dürfte für die Mannschaft von Hansi Flick noch Atlético sein. Die Spanier, die sich mit Stürmerstar Luis Suarez verstärkt haben, schalteten den deutschen Rekordmeister 2016 noch im Halbfinale aus. Letztmals trafen die beiden Klubs in der Saison 2016/17 aufeinander. Auch damals konnten die Spanier den Bundesligisten besiegen. RB Salzburg und Lokomotive Moskau sind dagegen in Gruppe A die klaren Außenseiter. „Eine sehr interessante Gruppe“, nannte Thomas Müller die Konstellation. „Als aktueller Champions-League-Sieger bist du aber gleich in der Gruppenphase schon wieder unter Zugzwang.“

Auch Vizemeister Borussia Dortmund, der in der vergangenen Saison im Achtelfinale am späteren Finalisten PSG gescheitert war, erwischte eine machbare Gruppe. Der russische Meister Zenit St. Petersburg, Lazio Rom und der FC Brügge heißen die Gegner der Westfalen. Im Duell mit Lazio als wohl schwersten Gegner kommt es zum Wiedersehen mit Ex-BVB-Stürmer Ciro Immobile, der in der abgelaufenen Saison immerhin vor Cristiano Ronaldo italienischer Torschützenkönig wurde. „Das ist spannend“, kommentierte BVB-Kapitän Marco Reus, „sicher hätten wir uns auch einen richtig großen Gegner gewünscht. Es ist eine Gruppe, die sehr ausgeglichen scheint. Ich will nicht sagen, dass wir der Favorit sind. Aber natürlich wollen wir schon weiterkommen - wahrscheinlich müssen.“

BVB feiert ein Wiedersehen mit Torjäger Immobile

Weitaus namhafter sind da schon die Gladbacher Gegner. „Das ist ein geiles Los. Wir haben die Creme de la Creme Europas bekommen. Wir freuen uns darauf. Das ist sehr viel Geschichte, die auf uns trifft“, sagte Gladbachs Sportchef Max Eberl beim TV-Sender Sky und erinnerte an das legendäre 7:1 gegen Inter 1971 mit dem Büchsenwurf vom Bökelberg und das rauschende Fußball-Fest gegen Real beim 5:1 im Jahre 1985. „Ich finde unsere Gruppe klingt so richtig nach Champions League“, freute sich auch Trainer Marco Rose. Dazu muss sich die Borussia mit Schachtjor Donezk auseinandersetzen.

Trainer Jürgen Klopp spielt unterdessen mit dem FC Liverpool in der Gruppenphase gegen Ajax Amsterdam, Atalanta Bergamo und den FC Midtjylland aus Dänemark. Einen Klassiker gibt es in Gruppe G mit Juventus Turin und dem FC Barcelona, wenn die Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi aufeinandertreffen.

Uefa erlaubt ab nächster Woche Zuschauer in den Stadien

Das Ziel aller Klubs heißt Istanbul, wo am 29. Mai 2021 das Finale stattfinden soll. In der Gruppenphase steht bis Weihnachten eine wahre Terminhatz an. Gespielt wird am 20./21. und 27./28. Oktober, am 3./4. und 24./25. November sowie am 1./2. und 8./9. Dezember. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie könnte es vermehrt zu Spielabsagen kommen - dann muss irgendwie ein neuer Ersatztermin gefunden werden. Die Uefa behält sich vor, die Gruppenphase bis zum 28. Januar zu verlängern.

Die Uefa erlaubte am Donnerstag eine Zuschauer-Rückkehr bei Länderspielen sowie in Champions League und Europa League. Von der kommenden Woche an dürfen maximal 30 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden, sofern die nationalen Gesundheitsbehörden dies erlauben. Bedingung sei zudem das Abstandhalten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aller Besucher. Erlaubt sind vorerst auch nur Fans der Heimmannschaft.