Sicherheitsbedenken

Proteste in Chile - Verband beendet Fußball-Saison

In Chile gehen zahlreiche Menschen gegen die Regierung auf die Straße.

In Chile gehen zahlreiche Menschen gegen die Regierung auf die Straße.

Foto: dpa

Santiago de Chile. Der chilenische Fußballverband ANFP hat auf die anhaltenden Unruhen im Land reagiert und die Saison in der ersten und zweiten Liga vorzeitig für beendet erklärt.

Für das Ende des Spielbetriebs sprachen sich in einer Abstimmung des Verbandes 42 von 48 Mitglieder der Führungsebene aus, teilte der Verband mit. Sechs Spieltage vor dem regulären Ende der Saison wurden alle noch ausstehenden Partien in der höchsten Spielklasse abgesagt und der aktuelle Tabellenführer Universidad Catolica zum Meister erklärt. Das Team führte mit 13 Punkten auf den Tabellenzweiten Colo Colo. Zudem einigten sich die Verbandsbosse darauf, dass es in der laufenden Saison weder Auf- noch Absteiger gibt.

Seit Wochen gehen in Chile täglich Tausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Bei den Protesten kamen bislang 26 Menschen ums Leben, über 11.000 wurden verletzt. Die Demonstranten fordern einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung sowie eine Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftssystem. Regierung und Opposition einigten sich zuletzt bereits darauf, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Auch am Rand von Fußballspielen kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.