EM-Auslosung

Deshalb ist der Gruppensieg für das DFB-Team so wichtig

Das deutsche Nationalteam kann als Gruppensieger harten Vorrunden-Gegnern bei der EM aus dem Weg gehen. Ein Brocken droht dennoch.

Die deutsche Nationalmannschaft macht sich auf den Weg zum Gruppensieg.

Die deutsche Nationalmannschaft macht sich auf den Weg zum Gruppensieg.

Foto: Alexander Hassenstein / Bongarts/Getty Images

Berlin. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich durch das 4:0 gegen Weißrussland direkt für die Europameisterschaft vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 qualifiziert. Mehr noch: Dank des 0:0 zwischen Nordirland und den Niederlanden geht das Team von Bundestrainer Joachim Löw aus Gruppenerster in den letzten Spieltag der Qualifikation.

Mit einem Sieg gegen die Nordiren am Dienstag (20.45 Uhr, RTL) wäre auch der Gruppensieg geschafft – und damit auch ein kleiner Vorteil bei der Auslosung der EM-Gruppen am 30. November in Bukarest, bei der die 24 Teilnehmer auf sechs Gruppen verteilt werden.

Mit dann 21 Punkten würde der dreimalige Europameister sicher zu den sechs besten Gruppensiegern zählen und somit in Topf 1 landen. Topf 2 ist für die vier übrigen Gruppenersten und die zwei besten Gruppenzweiten vorgesehen.

Die nächsten sechs Gruppenzweiten landen in Topf 3, die schlechtesten Gruppenzweiten sowie die vier Play-off-Sieger in Topf 4. Aus jedem Topf wird dann für die EM-Gruppen A bis F eine Mannschaft zugelost.

Weltmeister Frankreich ist als Gruppengegner möglich

Klingt nach einem einfachen System – ist es aber nicht. Denn wie üblich hat die Europäische Fußball-Union Uefa zahlreiche Regularien aufgestellt. Da es in der EM-Qualifikation jeweils fünf Gruppen mit fünf und sechs Mannschaften gibt, werden die Spiele gegen die Gruppensechsten zur Ermittlung der Reihenfolge der Gruppenersten und -zweiten gestrichen.

Dadurch ist zum Beispiel ein Duell gegen Weltmeister Frankreich, der noch in Topf 2 landen kann, schon in der EM-Gruppenphase möglich. Europameister Portugal droht sogar Topf 3, was ihn ebenfalls zu einem potenziellen deutschen Gruppengegner bei der EM macht. Fakt ist: Löst Ungarn am Dienstag in Wales das EM-Ticket, steht der erste deutsche Gruppengegner bereits fest.

Hintergrund ist die Austragung des Turniers in ganz Europa. Dafür hat die Uefa zwölf Gastgeberländer bestimmt, deren Teams bei erfolgreicher Qualifikation zwei Spiele vor heimischem Publikum sicher haben. Für die Gruppe F wurden München und Budapest als Spielorte bestimmt. Wer von den beiden Gastgebern der Gruppe im direkten Duell dann Heimrecht genießt, wird ebenfalls ausgelost.

Keine deutschen Gruppengegner werden können Italien, Russland, Dänemark, die Niederlande, England, Schottland, Spanien und Irland. Sie sind ebenso wie Deutschland Ausrichter. Rumänien hat noch über das Play-off die Chance, als Gastgeber dabei zu sein. Aserbaidschan, der zwölfte Gastgeber, ist bereits ausgeschieden

Vier Play-off-Starter stehen bereits fest

Spannend wird es bei der Ermittlung der vier Teilnehmer durch das Play-off. Hier kommt die Nations League mit ins Spiel. In dem von der Uefa neu geschaffenen Wettbewerb mit vier Ligen zu je vier Gruppen hatten sich die jeweils vier Gruppensieger einer jeden Liga für das Play-off qualifiziert.

Konnten diese Nations-League-Gruppensieger bereits über die Qualifikation das EM-Ticket lösen, rückt automatisch die nächstplatzierte, noch nicht für die EM-qualifizierte Mannschaft in das Play-off nach. Sollten sich aus einer Liga viele Mannschaften direkt qualifizieren, werden die freien Play-off-Plätze mit Mannschaften aus der Liga darunter aufgefüllt.

Lediglich für die schwächste Liga D der Nations League stehen die vier Play-off-Teilnehmer bereits fest: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo und Weißrussland. Eine dieser Mannschaften wird somit definitiv bei der EM dabei sein.