Fußball

1000. Länderspiel soll England das EM-Ticket bringen

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Englands Nationalspieler um Kapitän Harry Kane (r.) trainieren für das 1000. Länderspiel.

Englands Nationalspieler um Kapitän Harry Kane (r.) trainieren für das 1000. Länderspiel.

Foto: Michael Regan / Getty Images

England durchbricht als erste Nation die magische Grenze von 1000 Länderspielen. Gegen Montenegro soll das EM-Ticket gelöst werden.

London. 30. November 1872, Spannung liegt in der Luft. 4000 Schaulustige strömen an diesem Sonnabend bei überraschend gutem Wetter in den Hamilton Crescent Park in Glasgow - sie sollen für einen Schilling Eintritt Zeuge eines historischen Ereignisses werden. Das eher ereignisarme 0:0 zwischen England und Schottland markiert den Startpunkt der bewegten Länderspielgeschichte der englischen „Three Lions“.

Spieler und Trainer fiebern dem 1000. Spiel entgegen

An diesem Donnerstag, 147 Jahre später, spielt der Weltmeister von 1966 nun seine 1000. Partie. Nicht nur für die Football Association (FA) und die Fans ist das EM-Qualifikationsduell mit Montenegro (20.45 Uhr) eine alles andere als alltägliche Begegnung. Auch die Spieler und Teammanager Gareth Southgate fiebern auf die Partie im Wembley-Stadion hin. „Das 1000. England-Spiel ist ein besonders ergreifender Moment“ sagte Southgate.

„Es ist eine fantastische Gelegenheit, die Geschichte einer Nation zu feiern“, schrieb Kapitän Harry Kane in einem Gastbeitrag für die „Daily Mail“. Der 26-Jährige erinnerte sich darin auch an ein Match, das ihn als kleiner Jungen so prägte - das 5:1 in München 2001 gegen Deutschland: „Michel Owens Dreierpack. Es war ein besonderer Abend für diesen Achtjährigen. Besonders gegen ein Team wie Deutschland.“

Als früherer Fan weiß Kane, dass das Tragen des Trikots mit Erwartungen verbunden ist. Auch die eingeladenen Helden des bislang einzigen WM-Triumphes und die früheren Kapitäne werden am Donnerstag von der Tribüne aus genau hinschauen, was ihre Nachfolger leisten. Sie wollen nicht allein das Jubiläum feiern, sondern auch das Ticket für die EM 2020 beklatschen. Es wäre die 25. Teilnahme für das Mutterland des Fußballs an einem großen Turnier. Mindestens ein Unentschieden muss der Tabellenführer der Gruppe A gegen den Außenseiter dafür schaffen.

Disput um Sterling störte die Vorbereitung

Die Vorbereitung auf den großen Auftritt wurde von einem handfesten Streit gestört. Raheem Sterling flog nach einem Disput mit seinem Teamkollegen Joe Gomez ausgerechnet für das Spiel der Spiele aus dem Kader. Die Profis von Manchester City und des FC Liverpool hatten offenbar ihren Streit aus dem Topspiel am Sonntag (3:1 für die „Reds“) fortgesetzt. Gomez nahm mit einem deutlich sichtbaren Kratzer unter dem rechten Auge am Training teil.

„Es ist eine unser schwierigsten Aufgaben, Rivalitäten auf Vereinsebene im Nationalteam abzustellen“, sagte Southgate. Leider seien die Emotionen noch immer zu präsent gewesen. Sterling, der sich via Instagram entschuldigte, ist neben Kapitän Harry Kane mit acht Treffern bester Torjäger der „Three Lions“ in der EM-Qualifikation und damit ein wichtiger Mann für Southgate. Die Einsatzchancen des zuletzt enttäuschenden BVB-Profis Jadon Sancho dürften beim WM-Halbfinalisten von 2018 durch das konsequente Vorgehen des Teammanagers gestiegen sein.

Trainer Southgate fordert die richtige Balance

Sancho ist in der langen Historie der FA der 1236. Akteur, der das England-Shirt überstreifte, acht weitere Profis folgten nach ihm. Vor der Partie gegen Montenegro am Donnerstag werden diese individuellen Nummern unter den legendären drei Löwen eingestickt. „Wir müssen die Balance finden“, sagte Southgate: „Das Team soll das Ereignis und den speziellen Rahmen genießen. Aber unser Job ist es auch, uns für die EM zu qualifizieren.“

568 Siege und 3172 Tore stehen bislang für England zu Buche. Im 1000. Spiel sollen beide Statistiken weiter anwachsen.

( sid )