Nationalmannschaft

Wie der DFB gegen den Zuschauerschwund kämpft

Für die Länderspiele gegen Weißrussland und Nordirland sind nur zwei Drittel der Karten verkauft. Die Gründe sind verschieden.

Bundestrainer Joachim Löw im leeren Düsseldorfer Stadion: Auch bei den Pflichtspielen in Gladbach und Frankfurt werden viele Sitze leer bleiben.

Bundestrainer Joachim Löw im leeren Düsseldorfer Stadion: Auch bei den Pflichtspielen in Gladbach und Frankfurt werden viele Sitze leer bleiben.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Düsseldorf. Wenn man so will, hätte Joachim Löw am Mittwoch schon mal trainieren können, wie es sich anfühlt, auf leere Ränge zu blicken. Denn natürlich waren die Plätze in der Düsseldorfer Arena verwaist, als die Nationalmannschaft auf dem Rasen jedoch nicht die Tribünen bestaunte, sondern vor allem an ihren Fertigkeiten mit dem Ball feilte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) absolviert seine Einheiten in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit, es soll konzentriert gearbeitet werden. Blöd nur, dass auch dann nicht so viele Anhänger ins Stadion strömen, wenn sich der Verband eine imposante Kulisse wünscht.

Denn wenn der DFB am Sonnabend in Mönchengladbach gegen Weißrussland (20.45 Uhr, RTL) und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland (20.45 Uhr, RTL) um die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 kämpft, werden Löw und seine Spieler wie beim Training wieder auf viele leere Ränge blicken. Beide Partien sind weit entfernt davon, ausverkauft zu sein. Für das erste Spiel wurden bislang 30.000 Tickets verkauft, für das zweite 37.000.

Ticketpreise und Anstoßzeiten könnten das Problem sein

Deutschlands vermeintlich wichtigste Mannschaft schafft es derzeit also nicht mehr, große Zuschauerscharen anzulocken. „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mehr tun müssen, um das Niveau zu halten“, meint DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der allerdings versucht, sich das Interesse schön zu rechnen. „Unsere Auslastung liegt bei über 90 Prozent“, sagt er. Jedoch gehört zur Wahrheit, dass die hohe Auslastung nur deswegen zustande kommt, weil die Nationalmannschaft längst in kleinere Spielstätten ausweicht. Nun, wo die beiden letzten EM-Qualifikationsspiele in großen Stadien stattfinden, bleiben wieder viele Sitze leer.

Die Gründe hierfür sind verschieden: die späten Anstoßzeiten, die vielen Wettbewerbe, die unattraktiven Gegner, die hohen Ticketpreise (bis zu 80 Euro). „Wir können nur versuchen, die Spiele so attraktiv wie möglich zu gestalten“, sagt Leon Goretzka. Außerdem meint der Nationalspieler: „Fußball muss Volkssport bleiben.“ Vielleicht könnten dabei ein paar öffentliche Trainingseinheiten mehr helfen.