Bundesliga

In Köln ist schon jetzt Aschermittwoch

Aufsteiger Köln trennt sich nach Hoffenheim-Pleite von Trainer Beierlorzer. Zuvor löste bereits Geschäftsführer Veh seinen Vertag auf.

Achim Beierlorzer ist nicht mehr Trainer des 1. FC Köln.

Achim Beierlorzer ist nicht mehr Trainer des 1. FC Köln.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Köln. In Köln ist man der Zeit ein wenig voraus. Obwohl erst am Montag die Karnevalszeit beginnt, ließ es sich der 1. FC Köln nicht nehmen, bereits am Freitag in seinen Karnevalstrikots aufzulaufen. Am Sonnabend hat der Aufsteiger nun entschieden, auch das Ende der fünften Jahreszeit etwas vorzuverlegen.

Bereits vor der Partie gegen die TSG Hoffenheim hatte Armin Veh seinen Vertrag als Sport-Geschäftsführer des Klubs mit sofortiger Wirkung aufgelöst, unabhängig vom Ausgang des Freitagabendspiels. Nach dem 1:2 gegen die TSG und der achten Saisonniederlage im elften Spiel musste auch Trainer Achim Beierlorzer gehen. In Köln ist schon jetzt Aschermittwoch.

„Ich bedauere es, dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sehen, denn wir schätzen Achim Beierlorzer sehr. Jedoch ist der erhoffte sportliche Erfolg bisher ausgeblieben und es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass der FC seine Ziele erreicht“, ließ Frank Aehlig wissen. Der Leiter der Lizenzspielerabteilung hat die sportliche Leitung von Veh übernommen.

Co-Trainer Pawlak und Schmid übernehmen

„Daher haben wir diese Entscheidung gemeinsam mit Vorstand und Geschäftsführung und in Abstimmung mit dem Gemeinsamen Ausschuss getroffen. Wir arbeiten ab sofort daran, einen neuen Cheftrainer für den FC zu finden, der mit unserem Team einen Neustart und die sportliche Wende schafft“, so Aehlig weiter. Bis dahin wird die Mannschaft von Beierlorzers bisherigen Co-Trainern André Pawlak und Manfred Schmid betreut.

Es war eine kurze Nacht für die Verantwortlichen des Aufsteigers. Aehlig hatte nach der Pleite gegen Hoffenheim von einer zügigen Entscheidung gesprochen. Kurz vor 10 Uhr wurde Kapitän Jonas Hector stellvertretend für das Team zur Trainer-Frage angehört.

Nach weiteren Gesprächen hat Aehlig dem Vorstand, der Geschäftsführung und den zuständigen Gremien offenbar eine „Handlungsempfehlung“ geben.

Beierlorzer ahnte seine Entlassung bereits

Besonders zuversichtlich, dass er auch nach der Länderspielpause noch auf der Kölner Trainerbank sitzt, wirkte der erst im Sommer verpflichtete Achim Beierlorzer bereits am Freitagabend nicht. Schließlich spricht die dürftige Bilanz nicht für ihn. „Jetzt muss der Verein eine Entscheidung treffen, ob er mit Trainer Achim Beierlorzer weitermachen oder den Resetknopf drücken und einen neuen Trainer herholen will“, sagte er. Dabei wirkte der 51-Jährige sehr gefasst: „Dieser Entscheidung stelle ich mich. Ich bin dafür verantwortlich. Wir haben nur sieben Punkte, das ist zu wenig.“

Nicht nur die dürftige Punktausbeute seines auf einem Abstiegsplatz verweilenden Teams hatte die Chance auf seinen Verbleib geschmälert. In Veh verlor der Fußball-Lehrer zudem einen seiner angeblich letzten Befürworter im Verein. Der Sportchef, der Ende Oktober seinen Ausstieg zum Vertragsende im Sommer 2020 angekündigt hatte, hört nun mit sofortiger Wirkung auf.

Damit kann sein Nachfolger Einfluss auf die mögliche Trainersuche nehmen. „In unserer derzeitigen Situation, in der der 1. FC Köln wichtige Entscheidungen auch für die Zukunft treffen muss, ist es aus meiner Sicht konsequent, dass wir die Zusammenarbeit kurzfristig beenden“, erklärte Veh.

Kölner K.o. durch Elfmeter in der Nachspielzeit

Dass die schon vor dem Anpfiff der Partie gegen Hoffenheim beschlossene Trennung erst nach dem schmerzlichen Last-Minute-Knockout verkündet wurde, hält Aehlig für naheliegend: „Wir wollten uns nicht dem Vorwurf aussetzen, dass wir noch einen Impact auf das Spiel mit dieser Meldung verursacht hätten.“

Nun bewahrte der eigentlich passable Kölner Auftritt Trainer Beierlorzer nicht vor dem Rauswurf. Nach der Führung durch Jhon Cordoba (34.) schienen die Kölner auf gutem Kurs. Und selbst nach dem Ausgleich durch Sargis Adamyan (48.) leisteten sie weiter leidenschaftliche Gegenwehr, die von den Fans mit Beifall honoriert wurde.

Doch der Elfmeter von Jürgen Locadia (90.+8 Minute) nach Videobeweis-Entscheidung wirkte wie ein Schock. „Das tut richtig weh. Es ist momentan bitter, mit welchen Nackenschlägen die Mannschaft umgehen muss“, klagte Beierlorzer, „wir haben in dieser Saison schon häufiger mit Topmannschaften auf Augenhöhe mitgespielt, sind aber nicht belohnt worden.“