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Absage: Warum der FC Bayern Trainer Arsène Wenger bloßstellt

Bei Bayerns Trainersuche ist Arsène Wenger ausgeschieden. Die Bayern erteilten dem Franzosen eine klare Absage. Das hat einen Grund.

Hatte auf einen Job in München gehofft: Arsène Wenger.

Hatte auf einen Job in München gehofft: Arsène Wenger.

Foto: Victoria Jones / dpa

München. Die Bayern gehen in die Offensive, mit einer deutlichen Absage an Arsène Wenger, der sein Interesse am Trainerjob an der Säbener Straße in den vergangenen Tagen sehr proaktiv verkündet hatte. Laut „Bild“ hatte es bereits am Mittwoch ein Gespräch zwischen dem 70-Jährigen und Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge gegeben.

Am Donnerstagnachmittag teilte der Verein auf Anfrage von „Bild“ mit: „Arsène Wenger hat Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochnachmittag angerufen und grundsätzlich Interesse am Trainerposten beim FC Bayern signalisiert. Der FC Bayern schätzt Arsène Wenger für seine Arbeit als Trainer bei Arsenal London sehr, aber er ist keine Option als Trainer beim FC Bayern München.“ Eine deftige Absage.

Warum sich Bayern über Wenger geärgert hat

Interessant auch, dass die Bayern den Elsässer auf diese Weise bloßstellen, weil sie öffentlich machen, dass er sich direkt angeboten hat. Was in der Tat ungewöhnlich ist in diesem Geschäft.

Nach Informationen dieser Zeitung hat es der Münchner Führungsetage missfallen, dass sich Wenger, der als Experte beim katarischen TV-Sender „beIN Sports“ arbeitet, an den Champions-League-Abenden so intensiv und detailliert über den FC Bayern geäußert hat.

Er kokettierte mit einem möglichen Engagement in München, erklärte, es sei eine „schwierige Entscheidung“ für ihn, überhaupt wieder als Trainer zu arbeiten. Nun sind ihm die Bayern zuvorgekommen.

Womit natürlich auch der Portugiese José Mourinho aus dem Spiel ist, momentan ebenfalls ohne Trainerjob. Auch der 56-Jährige hat in den letzten Tagen via Berater mehrmals sein Interesse und seine Bereitschaft verlauten lassen.

Mark van Bommel mit Außenseiterchancen

Kurzfristige Impulse spielen bei den Verantwortlichen des FC Bayern seit jeher eine große Rolle in der Entscheidungsfindung.

Sollte Interimscoach Hansi Flick (54), der bei den Spielern wie Bossen mit seiner ruhigen, sachlichen Art gut ankommt, am Sonnabend gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr, Sky) überzeugend gewinnen, darf er sein Zwei-Spiele-Engagement fortführen und würde damit zur mittelfristigen Lösung. Was dem Verein zumindest bis zur Winterpause Zeit verschaffen würde. Für Verhandlungen.

Thomas Tuchel (Paris St.Germain), Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) oder Massimiliano Allegri (im Sabbat-Jahr, zuvor Juventus Turin) gelten als die nach der Absage von Ralf Rangnick verbliebenen Kandidaten für die langfristige Trainerlösung.

Außenseiterchancen hat auch Ex-Bayern-Kapitän Mark van Bommel (42), aktuell Coach bei PSV Eindhoven. Den könnte man sicher für ein Comeback beginnend nach der Länderspielpause gewinnen und aus Eindhoven loseisen