ENGLAND

Manchester United-Trainer Solskjaer setzt auf den König

Manchester United hofft nach dem schlechtesten Start seit 30 Jahren gegen Liverpool auf Norwegens König Harald V.

Trainer-Leben: Ole Gunnar Solskjaer (l.), Coach von Manchester United, steht extrem unter Druck. Jürgen Klopp, Coach vom FC Liverpool, schaut sich die Premier League als Tabellenführer an.

Trainer-Leben: Ole Gunnar Solskjaer (l.), Coach von Manchester United, steht extrem unter Druck. Jürgen Klopp, Coach vom FC Liverpool, schaut sich die Premier League als Tabellenführer an.

Foto: Getty Images

Manchester. Für Manchester United läuft es in dieser Premier-League-Saison nicht rund. Nur zwei von acht Partien gewann das Team. Ausgerechnet nun kommt an Sonntag Erzrivale FC Liverpool (17.30 Uhr/Sky). Die Mannschaft von Jürgen Klopp kommt mit einer makellosen Bilanz: acht Spiele, acht Siege. Doch United-Coach Ole Gunnar Solskjaer gibt sich betont optimistisch

Wenn der Satz stimmt „die Tabelle lügt nicht“, sieht es nicht gut aus für Manchester: Neun Punkte, Rang zwölf. Der Abstand auf die Champions-League-Plätze beträgt bereits fünf Zähler. Wenn es nicht gut für Manchester aussieht, sieht es auch für den Trainer nicht gut aus. Und in der Tat steht Solskjaer auf der Kippe. Verliert er das Prestigeduell, droht ihm das Aus. Verliert Manchester gar deutlich dürfte der Abschied besiegelt sein.

Was tut ein Trainer in so einer Situation? Er lässt sich nichts anmerken. Also erklärt Solskjaer die Partie gegen den Tabellenführer als„Chance“. Im Gespräch beim Sender Sky Sports mit seinem einstigen Teamkollegen Gary Neville wirkte er angespannt, aber hoffnungsvoll: „Es ist eine große Chance für uns, die Dinge umzudrehen.“

Manchester so schwach wie zuletzt 1981

Ausgerechnet Champions-League-Sieger Liverpool. Das Team von Jürgen Klopp liegt mit 24 Punkten bereits acht Zähler vor dem Zweiten, Manchester City. Wie schlecht Manchester United unterwegs ist, zeigt ein Blick in die Klub-Historie: Seitdem die Position von Solskjaer im März von einem „Interimscoach“ in einen „Cheftrainer“ umgewandelt wurde, hat Manchester lediglich fünf Siege geholt. Seine Siegquote von 47,5 Prozent ist so schlecht wie unter Dave Sexton, der ManU von 1977 bis 1981 trainiert hat.

Dabei hat Solskjaer hochkarätige Offensivspieler im Kader wie Anthony Martial, Marcus Rashford, Jesse Lingar oder Juan Mata – aber neun Tore nach acht Runden sind ein Armutszeugnis. „Ich verliere nicht gern“, sagt Zweckoptimist Solskjaer. „Aber ich weiß auch, dass dieser Club zurückkommt.“

Er hat sich prominente Unterstützung gesichert. Auf persönliche Einladung von Solskjaer wird der norwegische König Harald V. die Partie in Old Trafford verfolgen.

Vertrag von Solskjaer läuft bis 2022

Ob Solskjaer vom Verein die Zeit bekomme, Man United wieder in die Erfolgsspur zu führen, wollte Neville von seinem früheren Mitspieler wissen. „Wir planen langfristig“, antwortete Solskjaer, der einen Vertrag bis 2022 hat. „Ich habe den Job bekommen. Wenn man dann ein oder zwei Spiele verliert, wartet man nicht darauf, dass jemand anruft und einem eine Garantie gibt.“ Der Norweger, der im Dezember 2018 den Job in Manchester vom entlassenen Jose Mourinho übernommen hat, deutete an, dass er seinen Kader im Winter verstärken will - und auch darf.

Dass Manchester United vom Glanz gar nicht so lange zurückliegender Tage weit entfernt ist, zeigt eine andere Zahl. Jürgen Klopp ist mittlerweile exakt vier Jahre in Liverpool im Amt. Und traf seit 2015 in der Premier League bereits auf drei United-Trainer (Louis van Gaal, Mourinho, Solskjaer). Mit einem Sieg in Old Trafford - es wäre der neunte im neunten Saisonspiel - hätte Liverpool den Liga-Startrekord eingestellt. Trainer Klopp sagte: „Wir sind nicht nervös wegen der Geschichte, die wir schreiben könnten. Wir sind ziemlich relaxt - und sehr ambitioniert.“