EM-Qualifikation

Spaniens Trainer Moreno mit großer Geste

Spanien löst das Ticket für die EM 2020 mit einem Remis in Schweden. Trainer Moreno weiß, dass er das nicht allein zu verantworten hat.

Trainer Robert Moreno hat das spanische Nationalteam zur EM geführt.

Trainer Robert Moreno hat das spanische Nationalteam zur EM geführt.

Foto: TT NEWS AGENCY / Reuters

Madrid. Qualifikation kommt von Qual – so sehen es zumindest die Medien, nachdem die spanische Nationalmannschaft vorzeitig ihr Ticket für die Europameisterschaft 2020 gelöst hat. Und trotz 20 Punkten aus acht Spielen ohne Niederlage sprach die Zeitung „Sport“ von einer „qualvollen Qualifikation“.

Mit Blick auf das 1:1 in Schweden, dass am späten Dienstagabend die Teilnahme sicherte, mag das vielleicht sogar zutreffen. Schließlich war es erst ein Treffer in der Nachspielzeit von Rodrigo Moreno, der den Rückstand durch Marcus Berg (50.) egalisierte.

Nein, überzeugend war der Auftritt des dreimaligen Europameisters nicht. Das wusste auch Spaniens Trainer Robert Moreno. Nur die Art der Kritik schien den Coach dann doch zu irritieren. Er sieht den Grund dafür vor allem in seiner Person begründet: „Ob sie mich mögen oder nicht, ich bin der Trainer. Es ist traurig zu denken, dass es Leute gibt, die wollen, dass ich meinen Job nicht gut mache.“

Moreno dankt seinem Vorgänger Enrique

In den vergangenen Tagen wurde wieder deutlich, dass es Robert Moreno an der Strahlkraft seines Vorgängers Luis Enrique fehlt. Als dessen Co-Trainer stand er an der Seitenlinie, als die EM-Qualifikation begann – bis zu jenem tragischen Tag im Juni, der den 42-Jährigen in die Verantwortung hob.

Weil Enriques Tochter Xana an Krebs erkrankt war, trat der Ex-Profi im Sommer zurück, damit er sich um sie kümmern konnte. Das Mädchen starb im August, seither hat sich Enrique aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

So galten einige der ersten Gedanken Morenos nach der geglückten Qualifikation auch seinem Vorgänger. „Ich möchte an Luis Enrique erinnern und an seine Familie und ihnen die Qualifikation widmen“, sagte der jetzige Chefcoach: „Seine Arbeit hat uns in eine sehr gute Position gebracht – und wir sind ihm sehr dankbar.“

Italien feiert Rekordmann Mancini

Apropos Qualifikation: In Italien sieht man diesen Begriff eher in guter Nachbarschaft zur Vokabel Qualität. Acht Siege in Folge, das hatte es bei den „Azzurri“ zuletzt vor 81 Jahren unter dem legendären Vittorio Pozzo gegeben. Jener Trainer hatte Italien 1938 nicht nur zur ersten erfolgreichen WM-Titelverteidigung geführt, sondern eben auch zu acht Siegen innerhalb eines Kalenderjahres hintereinander.

„Mancini wird zur italienischen Legende“, schrieb der „Corriere dello Sport“. Das EM-Ticket hatten die Italiener bereits am Sonnabend durch das 2:0 gegen Griechenland gelöst.

„Wir haben Pozzos Rekord eingestellt, jetzt müssen wir wie er zwei Weltmeisterschaften und eine Olympiamedaille erobern. Ich würde mich mit einem EM-Titel begnügen“, scherzte der 54-jährige Mancini. Er sieht allerdings trotz des 5:0 in Liechtenstein noch Steigerungsbedarf bei seinem Team: „Ich habe positive Antworten von der Mannschaft erhalten, doch wir können in Sachen Qualität noch weiter wachsen.

Damit stehen sechs der 24 EM-Teilnehmer für 2020 fest: Spanien, Italien, Belgien, Russland, Polen und die Ukraine.