Bundesliga

Gladbach und Fan-Liebling Herrmann – endlich wieder obenauf

Erstmals seit 2011 steht die Borussia wieder an der Tabellenspitze. Das liegt auch am plötzlichen Höhenflug der Identifikationsfigur.

Nach dem 5:1 gegen Augsburg wurde Patrick Herrmann von den Gladbacher Fans auf den Zaun gebeten.

Nach dem 5:1 gegen Augsburg wurde Patrick Herrmann von den Gladbacher Fans auf den Zaun gebeten.

Foto: Marius Becker / dpa

Mönchengladbach. Max Eberl erlaubte seinen Spielern gönnerhaft „eine Cola“, Tony Jantschke den Fans „fünf Bier“. Marco Rose aber blieb trotz der Tabellenführung von Borussia Mönchengladbach nüchtern. „Wir haben 16 Punkte, sind Spitzenreiter in einer sehr engen Liga“, sagte der Borussen-Coach, „aber wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Bester Saisonstart seit 43 Jahren

Euphorie hört sich anders an, dabei haben die „Fohlen“ soeben den besten Saisonstart seit 43 Jahren hingelegt. Erstmals seit 2011 grüßt der Traditionsklub wieder von der Tabellenspitze. Damals hieß der Trainer noch Lucien Favre, in der Offensive wirbelte Marco Reus – eine gefühlte Ewigkeit ist das her.

Nur drei Profis von damals kicken auch heute noch am Niederrhein, Jantschke, Oscar Wendt und Patrick Herrmann. Das Kuriose: Letztgenannter ist nach zuletzt eher frustrierenden Jahren unverhofft zum Gesicht des neuen Höhenflugs geworden.

„Es hat sich ja doch noch alles zum Guten gewendet“, sagte der 28 Jahre alte Rechtsaußen nach dem jüngsten 5:1 (4:0) gegen den FC Augsburg, bei dem er zwei frühe Tore (8./13.) und einer Vorlage beisteuerte. Dabei hatte der Ur-Borusse, seit 2008 im Verein, erst zum zweiten Mal in dieser Saison von Beginn an gespielt.

Trainer Rose lobt Ur-Borusse Herrmann

„Er hat heute ein hervorragendes Spiel fürs Team gemacht und unglaublich gut gegen den Ball gearbeitet“, lobte Trainer Rose. Die Wechselgerüchte, die Herrmann im Sommer umwehten? Wie weggeblasen. „Wir wussten, was Patrick hier für eine Rolle spielt“, so Rose.

Was die Stärke des eigenen Teams betrifft, gibt sich der Coach indes noch skeptisch. Einerseits, weil sich Augsburg als dankbarer Gegner erwies; zum anderen, weil die ernüchternden Auftritte gegen Leipzig (1:3) und in der Europa League gegen Wolfsberg (0:4) noch gut in Erinnerung sind.

Nach der Länderspielpause geht es in Liga und Pokal gegen Dortmund, in der Europa League zweimal gegen AS Rom. „Jetzt kommen dicke Bretter“, betont Rose. So blieb der 2014er Weltmeister Christoph Kramer der einzige, der zugab: „Ich gucke mir die Tabelle jetzt ein bisschen häufiger an. Spitzenreiter war ich noch nie.“