Weltfußballer

Klopp und Rapinoe nutzen die Scala zum großen Appell

Trainer Jürgen Klopp und Weltmeisterin Megan Rapinoe nutzen die Wahl zum Weltfußballer in Mailand, um für soziale Projekte zu werben.

Weltfußballerin Megan Rapinoe und Welttrainer Jürgen Klopp freuen sich über ihre Auszeichnungen.

Weltfußballerin Megan Rapinoe und Welttrainer Jürgen Klopp freuen sich über ihre Auszeichnungen.

Foto: Claudio Villa / Getty Images

Mailand. Die Mailänder Scala hat eine der berühmtesten Bühnen der Welt, und Jürgen Klopp nutzte sie für einen großen Appell. „Wir alle hier stehen auf der Sonnenseite des Lebens“, rief der 52-Jährige bei seiner Ehrung als Welttrainer des Jahres den zahlreichen Fußball-Größen im mondänen Opernsaal zu: „Doch es gibt viele Menschen, denen es nicht so geht. Deshalb bin ich stolz, ab heute Teil der Common-Goal-Bewegung zu sein. Wer’s nicht kennt, googelt mal.“

Bei der von Manchester Uniteds Mittelfeld-Star Juan Mata mitbegründeten Initiative spenden Profis und Trainer ein Prozent ihres Gehaltes an eine gemeinnützige Organisation, um damit soziale Projekte mit Fußball-Bezug zu unterstützen. Klopp ist künftig – wie unter anderem auch Mats Hummels oder Nationalspieler Serge Gnabry – eines der prominentesten Mitglieder der Bewegung. Die Botschaft war dem Teammanager des Champions-League-Siegers FC Liverpool letztlich sogar wichtiger als seine eigene Auszeichnung.

Ohnehin könne er individuelle Ehrungen wie die als Welttrainer, die er als dritter Deutscher nach Jupp Heynckes (2013) und Joachim Löw (2014) erhielt, in einem „Mannschaftssport“ wie dem Fußball „nicht ganz verstehen“. Seine persönliche Krönung nach einem herausragenden Jahr mit den Reds verstand er deshalb als „Auszeichnung für die Mannschaft“.

Deutlicher Appell von Weltfußballerin Rapinoe

Ähnlich wie Klopp nutzte auch Weltfußballerin Megan Rapinoe ihre Dankesrede zu einem deutlichen Appell. „Wir haben die einzigartige Möglichkeit im Fußball, anders als in jedem anderen Sport, dieses wundervolle Spiel zu nutzen, um die Welt zum Besseren zu verändern. Ich hoffe, ihr nehmt sie euch zu Herzen und tut etwas. Wir haben unglaubliche Kraft in diesem Raum“, sagte die US-Amerikanerin mit eindringlicher Stimme in Richtung der Dutzenden Weltstars im Publikum.

Die 34 Jahre alte Weltmeisterin erinnerte an den dringend notwendigen Kampf gegen Rassismus, Homophobie und für Gleichberechtigung. Wenn tatsächlich eine „bedeutsame Veränderung“ geschafft werden wolle, müsse sich jeder „empören“, nicht nur die Betroffenen.

Als Beispiele nannte sie unter anderem die rassistischen Anfeindungen gegen den Engländer Raheem Sterling und die junge Iranerin Sahar Khodayari, die sich aus Protest gegen das Stadionverbot für Frauen in ihrem Heimatland selbst in Brand gesetzt hatte und an ihren Verletzungen gestorben war.

Rapinoe mobilisiert auch gegen Trump

Rapinoe, die bei der WM im Sommer in Frankreich als beste Spielerin des Turniers und Torschützenkönigin ausgezeichnet worden war, hatte schon das Rampenlicht des WM-Titels genutzt, um gegen Missstände und auch die Politik von US-Präsident Donald Trump zu mobilisieren. „Ich bin sehr glücklich, diese Plattform zu haben, die anscheinend jeden Tag größer wird“, sagte sie im Anschluss an die Fifa-Gala. „Ich habe vor, sie zu nutzen.“