Fussball

Klubvereinigung ECA: BVB-Boss Watzke in den Vorstand gewählt

Dortmunder will sich für ausbalancierten Fußball einsetzen. Leverkusen-Geschäftsführer Carro soll Reform des Europacups vorantreiben.

Hans-Joachim Watzke bekommt mehr Einfluss im europäischen Fußball.

Hans-Joachim Watzke bekommt mehr Einfluss im europäischen Fußball.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Genf. Der deutsche Fußball ist künftig mit drei Repräsentanten in den neu zusammengesetzten Gremien der Europäischen Klubvereinigung ECA vertreten. Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) wurde bei der Generalversammlung in Genf am Dienstag bis zum Jahr 2023 in das von 13 auf 24 Plätze erweiterte Board gewählt. Dem Vorstand gehört bereits Michael Gerlinger (Bayern München) an. Fernando Carro (Bayer Leverkusen) wurde von der ECA für das „Uefa-Klub-Wettbewerbe-Komitee“ (CCC) nominiert. „Ich freue mich sehr über die Wahl und das Vertrauen“, sagte Watzke, „es ist mir ein großes Anliegen, mich für einen möglichst ausbalancierten Fußball einzusetzen.“

Vor der Wahl hatte sich BVB-Geschäftsführer Watzke mit Carro (Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bayer) darauf geeinigt, dass nur er als deutscher Vertreter für das Board kandidieren wird. Carro löst dafür Gerlinger im CCC ab. Mit Blick auf die angestrebte Europacup-Reform ab dem Jahr 2024 beharrt die ECA auf ihren Forderungen. „Alle sind sich einig, dass Änderungen nötig sind. Es soll ein offener und transparenter Prozess werden“, sagte Agnelli, „wir wollen mehr europäische Spiele.“ Die Debatte über eine Super League mit festen Teilnehmern wurde jedoch vertagt.

Entscheidungen über zusätzliche Wettbewerbe frühestens im kommenden Jahr

Derzeit werden Modelle von diversen Interessengruppen diskutiert. Die ECA, der 246 Klubs angehören, will bis Jahresende ein Konzept erarbeiten. Die ursprünglichen Pläne der ECA waren auf massive Kritik gestoßen. Auch der deutsche Profifußball sprach sich gegen das Konzept aus, wonach die Champions League mehr oder weniger zur geschlossenen Gesellschaft geworden wäre.

Die ECA-Vorschläge landen über das CCC beim Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa), das die Entscheidung trifft. Damit wird frühestens im kommenden Jahr gerechnet, ein für Mittwoch geplantes Treffen von Uefa und ECA wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Laut Agnelli würde aber selbst ein Beschluss im Jahr 2022 noch ausreichen. Ob für eine Ausweitung des Europacups angesichts des ohnehin schon vollen Terminkalenders die nationalen Ligen oder Nationalteams Abstriche machen sollen, ließ er offen: „Schauen Sie in den Kalender und geben Sie sich selbst die Antwort“, so Agnelli.