Gegen Deutschland

Junge Nordiren sind bereit für den nächsten Coup

Nordirland setzt wie Deutschland auf einen Verjüngungsprozess – und auf den Überraschungseffekt auf dem Weg zur zweiten EM-Teilnahme.

Nordirlands Stürmer Josh Magennis freut sich auf das Duell mit Deutschland. |

Nordirlands Stürmer Josh Magennis freut sich auf das Duell mit Deutschland. |

Foto: Actionplus / picture alliance / Actionplus

Berlin. Will Grigg, jener Profi, dem die Nordiren in epischen Gesängen bescheinigten, für die Nationalmannschaft zu brennen („Will Grigg’s on fire“), steht gar nicht im Kader. „On fire“ ist die „Green & White Army“, die grün-weiße Armee, in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 dennoch.

Das Team von Teammanager Michael O’Neill führt die Tabelle der Gruppe C mit vier Siegen aus vier Spielen an. Entsprechend selbstbewusst sind die Briten auch vor dem ersten Duell dieses Jahres am Montag (20.45 Uhr, RTL) gegen die deutschen Mannschaft.

„Wir sind Tabellenführer, die anderen Mannschaften jagen uns jetzt“, sagte zum Beispiel Stürmer Josh Magennis. Getreu dem Motto, einfach mal den Moment zu genießen. Oder steckt doch mehr dahinter?

Nordiren haben großes Potenzial

Fakt ist: Auch wenn erst jetzt die Spiele gegen die Gruppenfavoriten Deutschland und Niederlande anstehen – die ersten vier Partien der Qualifikation haben die Nordiren in die Position gebracht, von der zweiten EM-Teilnahme nach 2016 zu träumen.

Vor drei Jahren schlugen sich die Nordiren achtbar im Gruppenspiel gegen Deutschland (0:1), und das Achtelfinale gegen Wales ging nur durch ein Eigentor von Gareth McAuley verloren. Ob McAuley im nordirischen Kader gegen das DFB-Team steht, darf bezweifelt werden. Spätestens jetzt ist klar, dass sich auch die die Briten in einem Verjüngungsprozess befinden.

„Wir haben nicht mehr dieselbe internationale Erfahrung. Es braucht Zeit. Aber wir haben mehr Energie in den Beinen als je zuvor während meiner Amtszeit. Die jungen Spieler haben uns das ermöglicht“, sagte O’Neill, der seit 2011 die Geschicke leitet. Und der 40-Jährige merkt an: „Ich sage nicht, dass wir stärker sind, aber wir haben das Potenzial, stärker zu sein.“

Trainer O’Neill mit Respekt vor dem deutschen Team

Den Umbruch haben die Nordiren mit den Deutschen gemeinsam. „Von den großen Namen, die die WM gewonnen haben, sind nicht mehr viele dabei“, sagte O’Neill, wies im gleichen Atemzug aber auf die vorhandene Qualität hin: „Deutschland kann seine Mannschaft in drei Monaten auf links drehen und bringt immer noch einen sehr starken Kader hervor durch die Ressourcen, die sie haben.“

Der Teammanager hofft, dass seine Spieler gegen Deutschland „über sich hinauswachsen“. Das gelang schon einmal einem nordirischen Team. In der Qualifikation für die EM 1984 gab es für die Briten zweimal ein 1:0 – es waren die bislang einzigen Siege gegen eine deutsche Mannschaft.