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Coutinho: „Ich will wichtige Trophäen gewinnen“

FC Bayern stellt den neuen Star in München vor. Derweil bestätigt Klubpräsident Hoeneß, dass er zwei Ämter abgeben wird.

Mittelfeldspieler Philippe Coutinho inmitten der Bayern-Chefs.

Mittelfeldspieler Philippe Coutinho inmitten der Bayern-Chefs.

Foto: Peter Kneffel / dpa

München. Philippe Coutinho hielt das rote Trikot mit der Nummer „10“ und seinem Namen lächelnd in die Kameras, daneben strahlten Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic um die Wette. Der unbändige Stolz über ihren spektakulären Transfer war den Verantwortlichen von Bayern München am Montag bei der Vorstellung des Brasilianers deutlich anzusehen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte Rummenigge, der freudig erregte Salihamidzic ergänzte, dies sei „ein Transfer, der dem FC Bayern gut zu Gesicht steht“.

Im Pressesaal der Allianz Arena herrschte schon mal Ausnahmezustand, es war, als habe der Messias Einzug gehalten bei den Bayern: 17 Kamerateams und um die 80 Reporter aus aller Welt kamen zum Empfang der neuen Bundesliga-Attraktion. Geduldig absolvierte der 27 Jährige, für den die Münchner laut Rummenigge den „Freundschaftspreis“ von zunächst 8,5 Millionen Euro Leihgebühr an den FC Barcelona zahlen, das knapp halbstündige Frage-und-Antwort-Spiel – dabei wollte er nur eines: „Ich kann es kaum erwarten, das Trikot überzuziehen und zu spielen.“

Als Fixpunkt in der Offensive vorgesehen

Eine erste Kostprobe seines Könnens gab Coutinho in voller Spielkleidung gleich am Montag in der Arena, am Dienstag wird er erstmals mit der Mannschaft trainieren. Sein Debüt könnte er am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) im Auswärtsspiel bei Schalke 04 feiern, auch wenn er sagte: „Ich bin noch nicht ganz fit.“

Die Erwartungen sind hoch. Der Transfer habe, betonte Salihamidzic, „eine große Bedeutung“ für den FC Bayern, denn: Coutinho könne der Fixpunkt der Offensive und zuständig für das Spektakel sein, zudem soll er dem Rekordmeister zu Titeln verhelfen.

Sehr viel Last auf den schmalen Schultern des nur 1,72 m großen Offensivspielers. Zu viel? „Ich bin eigentlich kein Typ, der gern über sich selbst spricht, aber ich versuche, Torchancen zu kreieren, aber ich arbeite auch defensiv mit“, sagte Coutinho.

Informationen bei Landsleuten eingeholt

„Auf jeden Fall“ könne er versprechen, „dass ich alles für diesen Verein geben werde. Ich habe große Ziele wie der FC Bayern, und ich bin überzeugt, dass ich diese zusammen mit meinen neuen Mannschaftskollegen erreichen kann. Ich bin ein ehrgeiziger Typ. Ich will wichtige Trophäen gewinnen“. Um zu wissen, worauf er sich einlässt, hat er unter anderem mit Thiago sowie den ehemaligen Bayern-Brasilianern Lucio und Rafinha telefoniert.

Die Vorfreude bei den Verantwortlichen auf die Auftritte des Offensivspielers, der die „10“ mit der Erlaubnis von Arjen Robben übernimmt, ist schier grenzenlos. „Die Bundesliga wird durch so einen sensationellen Spieler bereichert, der unsere Mannschaft auf ein anderes Level heben wird. Wir haben einen spektakulären Spieler in unseren Reihen“, sagte Salihamidzic.

Hoeneß bestätigt Rücktrittsabsichten

Abseits des Trubels um den neuen Star hat Klubpräsident Uli Hoeneß erstmals seine Rücktrittsabsichten bestätigt. Der 67-Jährige, der sich erst am 29. August äußern wollte, brach nun doch vorzeitig sein Schweigen zu diesem Thema. „Ich bleibe im Aufsichtsrat. Den Vorsitz gebe ich aber mit dem Amt des Präsidenten zurück, wenn es soweit ist“, zitierte die „Bild“ Hoeneß am Rande des FC Bayern Charity Golf Cups in Gut Rieden. Der Patron vom Tegernsee will damit zumindest einfaches Mitglied im Kontrollgremium bleiben – so ganz würde er also nicht von seinem Herzensverein gehen. Zum möglichen Zeitpunkt äußerte er sich aber nicht.