Fußball

Ein Schuss vor den Bug der Kroos-Kritiker

Toni Kroos hatte mit seinem Traumtor in Vigo großen Anteil am Traumstart Real Madrids in der Primera Division.

Ein Schuss in den Winkel wie ein Strich: Toni Kroos (r.) brachte mit seinem Treffer in Vigo die Kritiker zum Schweigen.

Ein Schuss in den Winkel wie ein Strich: Toni Kroos (r.) brachte mit seinem Treffer in Vigo die Kritiker zum Schweigen.

Foto: Luis Vieira / dpa

Vigo/Köln. Die spanische Medienlandschaft war sich ganz schnell einig. Ein „golazo“ war Toni Kroos da zweifelsohne gelungen, für Traumtore wie jenes des Weltmeisters von 2014 ist dieser Begriff geschaffen worden. Seelenruhig und unbedrängt durfte Kroos den Ball rund 25 Meter vor dem Tor annehmen, um ihn dann unwiderstehlich in den Winkel zu hämmern.

Plötzlich wird auch Bale wieder gefeiert

Auch dank des herrlichen Treffers des Nationalspielers beim 3:1 (1:0) bei Celta Vigo ist Real Madrid ein Traumstart in die Primera Division gelungen. Der Platz im Rampenlicht gehörte Kroos dennoch nicht.

Schließlich stand Gareth Bale, eigentlich bereits von Trainer Zinedine Zidane aussortiert und öffentlich zu einem Wechsel getrieben, nach der Verletzung von Stareinkauf Eden Hazard auf einmal wieder in der Startelf. Wie in besten Tagen wirbelte der Waliser, überzeugte mit Schnelligkeit und Zug zum Tor und bereitete das 1:0 durch Karim Benzema (12.) mustergültig vor.

Kroos „schießt die Spinnweben aus dem Tor“

Schon vor der Partie in Galizien hatte Zidane betont, dass er wieder auf Bale setzt. „Dinge ändern sich, und jetzt werde ich auf ihn zählen wie auf jeden anderen Spieler“, sagte der Franzose, nach der Partie bekräftigte er dies: „Wir haben schon zwei- oder dreimal darüber gesprochen, dass er bleiben wird.“ Rund einen Monat zuvor hatte Zidane einen Wechsel Bales noch als „das Beste für alle Beteiligten“ bezeichnet.

Doch nicht nur Bale, auch Kroos brachte seine Kritiker erst einmal zum Schweigen. Als „Kunstwerk“ bezeichnete die Sporttageszeitung „Marca“ den Treffer des 29-Jährigen zum 2:0 (61.), „AS“ schrieb von einer „Rakete, die die Spinnweben aus dem Tor“ schoss.

Barcelona verliert zum Auftakt in Bilbao

Vor nicht allzu langer Zeit hatten die beiden Blätter Kroos noch harsch kritisiert. Dieser spiele „wie gelangweilt“, hieß es da in der vergangenen Saison nach der Vertragsverlängerung bis 2023. Kroos sei „ein Ballverteiler, der bei der Abwehrarbeit fast unsichtbar ist“.

Aber kaum war der glänzende Start in die Saison perfekt, der nur durch den Platzverweis von Weltfußballer Luka Modric (57.) getrübt wurde, war die Gemütslage wieder ganz anders. Da der FC Barcelona zum Auftakt direkt 0:1 bei Athletic Bilbao verlor, stehen die Königlichen erstmals seit 818 Tagen wieder vor dem Erzrivalen. Damals, am Ende der Saison 2016/17, holte Real seinen bislang letzten Meistertitel.

Zidane sehr zufrieden mit seinem Team

Bis dahin ist der Weg freilich noch weit, doch auch Trainer Zidane war die Erleichterung anzumerken, schließlich hatte er nach der schwachen Vorbereitung und der Posse um Bale ebenfalls viel Kritik einstecken müssen. „Wir haben von Anfang an ein komplettes Match gespielt“, sagte er und prophezeite: „Nicht viele Teams werden hierher kommen und auf diese Weise gewinnen.“