DFB-Pokal

Schalker Fans zeigen Tönnies die Rote Karte

Schalke-Boss Tönnies steht nach seinen rassistischen Äußerungen weiter unter Druck. Erstrunden-Blamagen für Augsburg und Mainz.

Die Schalker Fans haben beim DFB-Pokalspiel in Drochtersen eine deutliche Botschaft an den Schalker Aufsichtsratsboss.

Die Schalker Fans haben beim DFB-Pokalspiel in Drochtersen eine deutliche Botschaft an den Schalker Aufsichtsratsboss.

Foto: RHR-FOTO / Tim Rehbeinvia www.imago-images.de / imago images / RHR-Foto

Berlin.. Schalke 04 hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals keine Blöße gegeben. Der Bundesligist setzte sich standesgemäß beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel mit 5:0 (1:0) durch. Ex-Unioner Steven Skrzybski hatte den Favoriten kurz vor der Pause in Führung gebracht (44.). Außerdem trafen Guido Burgstaller (61./83.), Daniel Caligiuri (65./Foulelfmeter) und Münir Levent Mercan (73.).

Kurz vor dem Anpfiff zeigten die Schalker Fans, was sie vom verbalen Fehltritt des Schalker Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies halten. „Wir zeigen Rassismus die Rote Karte“ stand auf einem großen Banner geschrieben. wenig später wurde „Rassismus“ durch „Tönnies“ ersetzt. Dazu zeigten die Fans rote Plakate. Tönnies (63) hatte mit seinen rassistischen Aussagen über Afrikaner für Unruhe nicht nur im Verein gesorgt. Der Unternehmer hatte sich vor dem Ehrenrat des Klubs erklären müssen und lässt sein Amt nun für drei Monate ruhen.

Tönnies hatte in der Vorwoche gesagt, statt im Kampf gegen den Klimawandel die Steuern zu erhöhen, solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“. Für diese Worte hatte sich der 63-Jährige später entschuldigt. Der Druck auf den Unternehmer aus den eigenen Reihen hält jedoch an.

Kaiserslautern und Verl überraschen

Anders als die Schalker erlebte der FSV Mainz 05 eine böse Überraschung. Im brisanten Duell beim 1. FC Kaiserslautern zog der Erstligist den Kürzeren. Manfred Starke traf mit einem umstrittenen Foulelfmeter (62.) zur Führung für die Roten Teufel, die sich über die Prämie in Höhe von 351.000 Euro freuen dürfen. Florian Pick (90.) machte alles klar für den Drittligisten.

Während des Spiels hatten sich die Mainzer Fans daneben benommen. Sicherheitsabstand statt Versöhnung lautete das Motto, massiver Einsatz von Pyrotechnik inklusive „Das gehört nicht auf den Fußballplatz. Da hätte noch viel mehr passieren können“, sagte FSV-Kapitän Danny Latza. Ein Banner brannte ab. Die Polizei marschierte auf, die Feuerwehr war im Einsatz.

Auch der FC Augsburg, am 24. August erster Auswärtsgegner des 1. FC Union, blamierte sich gründlich. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt verlor beim Viertligisten SC Verl mit 1:2 (0:2). Ein Eigentor des Augsburgers Marek Suchy (8.) und den Treffer von Ron Schallenberg (23.) leiteten die Niederlage ein. André Hahn gelang mit einem Foulelfmeter (83.) nur der Anschlusstreffer.

Leverkusen müht sich in Runde zwei

Mühe hatte auch Bayer Leverkusen. Beim 4:1 (2:0) bei Regionalligist Alemannia Aachen benötigte der Champions-League-Teilnehmer ein Eigentor von Alemannia-Kapitän Peter Hackenberg (19.), um in die Spur zu finden. Kevin Volland nach Vorlage von Zugang Nadiem Amiri (39.), der Sekunden zuvor eingewechselte Leon Bailey (72.) und der in Aachen geborene Nationalspieler Kai Havertz (88.) sicherten den nur auf den ersten Blick ungefährdeten Erfolg.

Auch Fortuna Düsseldorf hatte beim FC Villingen große Mühe, konnte das Erstrunden-Aus aber in der Verlängerung doch noch verhindern. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel quälte sich beim Oberligisten zu einem 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung.

Steven Ukoh (42./Foulelfmeter) brachte den krassen Außenseiter überraschend in Führung. Im zweiten Durchgang gelang Nana Ampomah (56.) der Ausgleich, ehe der 18-jährige Kelvin Ofori (102.) und Rouwen Hennings (117.) die Partie in der Verlängerung endgültig drehten.

Waldschmidt erlöst Freiburg

Shootingstar Luca Waldschmidt hat den SC Freiburg vor dem frühen Aus im DFB-Pokal bewahrt. Der Torschützenkönig der U21-EM erlöste die schwachen Breisgauer beim 1:0 (0:0) nach Verlängerung beim Drittligisten 1. FC Magdeburg (93.). Das Team von Trainer Christian Streich offenbarte eine Woche vor dem Bundesligastart trotz des Einzugs in die zweite Runde aber noch einige Defizite.