Fussball

Warum sich ein Iran-Trainer sein Gehalt im Geldkoffer abholt

600.000 Euro schuldet Meister Persepolis Teheran Coach Branko Ivankovic. Er muss sie sich bar abholen. Das hat mit der USA zu tun.

Wurde mit seinem Team Persepolis Teheran Meister und asiatischer Champions-League-Sieger: Der Kroate Branko Ivankovic.

Wurde mit seinem Team Persepolis Teheran Meister und asiatischer Champions-League-Sieger: Der Kroate Branko Ivankovic.

Foto: ATP / picture alliance / ATP

Teheran. Der iranische Fußballmeister Persepolis Teheran will das Restgehalt seines kroatischen Trainers in Höhe von 600.000 Euro in bar bezahlen, da wegen der US-Sanktionen eine Banküberweisung nicht möglich sei.

Coach Branko Ivankovic solle nach Teheran zurückkommen und den Koffer voller Bargeld abholen, teilte der Verein laut Nachrichtenagentur Isna mit.

Damit will der Klub einerseits seinen Erfolgstrainer, der 1999/2000 auch Hannover 96 betreute, weiterhin an sich binden und andererseits vermeiden, dass auch der Kroate den Iran beim Weltverband Fifa anzeige.

Auch Winfried Schäfer ist betroffen

Hintergrund der kuriosen Entscheidung sind die im Zusammenhang mit dem Atomstreit verhängten US-Sanktionen gegen den Iran. Der Gottesstaat kann deswegen keine internationalen Banktransaktionen durchführen und dementsprechend auch die hohen Gehälter seiner ausländischen Trainer nicht überweisen.

Aus diesem Grund hatten unter anderen der Portugiese Carlos Queiroz und der Deutsche Winfried Schäfer den Iran bei der Fifa angezeigt. Beiden schuldet das Land Restgehälter oder Abfindungen im hohen sechsstelligen Bereich.

Es ist daher in Teheran auch ein Rätsel, wie der iranische Fußballverband das Millionengehalt seines neuen Nationaltrainers Marc Wilmots aus Belgien bezahlen will.