Fussball

In einem Jahr beginnt die Euro2020

Wie kommt man an Tickets? Warum wird in zwölf Ländern gespielt? Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Fußball-EM 2020.

Cristiano Ronaldo (r.) und Portugal sind bei der EM der Titelverteidiger.

Cristiano Ronaldo (r.) und Portugal sind bei der EM der Titelverteidiger.

Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Berlin. Am 12. Juni 2020 startet die erste paneuropäische Fußball-Europameisterschaft. Die Morgenpost beantwortet ein Jahr davor die wichtigsten Fragen:

Welche Fakten zur EM stehen fest?

Gespielt wird vom 12. Juni bis zum 12. Juli 2020 in Deutschland (München), Aserbaidschan (Baku), Dänemark (Kopenhagen), England (London), Irland (Dublin), Italien (Rom), den Niederlanden (Amsterdam), Rumänien (Bukarest), Russland (St. Petersburg), Schottland (Glasgow), Spanien (Bilbao) und Ungarn (Budapest). In München finden drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale statt. Die beiden Halbfinal-Partien und das Endspiel steigen im Londoner Wembley-Stadion. Eröffnet wird das Turnier in Rom. Qualifizieren sich Deutschland und Ungarn, spielen sie als sogenannte „Städtepartner“ in jedem Fall zusammen in Gruppe F. Eine Auslosung legt dann fest, wer im direkten Duell Heimrecht und damit drei Heimspiele in der Gruppenphase hat.

Wer hatte die Idee, die EM über den Kontinent zu verteilen?

Urheber war der damalige Uefa-Präsident Michel Platini, der zum 60. Jahrestag des EM-Turniers etwas Besonderes machen wollte. Inzwischen ist der über eine dubiose Millionenzahlung gestolperte Franzose längst nicht mehr im Amt. Sein Nachfolger Aleksander Ceferin betonte aber ebenso, dass „der Fußball als Brücke zwischen den Nationen fungiert und dass der Wettbewerb so näher an die Fans, die dem Fußball erst Leben einhauchen, heranrückt“. Das nächste normale EM-Turnier findet dann 2024 in Deutschland statt.

Wie kommen die Fans an Tickets?

Vom 12. Juni bis 12. Juli können sich Fans über die Internetplattform euro2020.com/tickets bei der Uefa erstmals um Eintrittskarten für die 51 Turnierspiele bewerben. Die Kartenpreise variieren je nach Spielort. Die Uefa trägt damit dem allgemeinen Preisniveau in den Ländern Rechnung.

Die Preise für die drei Gruppenspiele in München kosten je nach Kategorie 50, 125 oder 185 Euro. Die Preise für das Viertelfinale in München betragen 75, 145 oder 225 Euro. In Bukarest liegen die Preise wie in Budapest und Baku für das Achtelfinale zum Beispiel bei nur 30, 75 oder 125 Euro. Für die beiden Halbfinals in London werden 85, 195, 345 oder 595 Euro verlangt, für das Endspiel steigen sie auf 95, 295, 595 und 945 Euro.

Insgesamt gibt es für die 51 Spiele drei Millionen Tickets. In der ersten Verkaufsphase kommt es nicht auf Geschwindigkeit an. Übersteigt die Nachfragen das Angebot, entscheidet das Los. Die nächste Verkaufsphase startet im Dezember. Dann können auch sogenannten Follow-your-Team-Karten erworben werden, die ein Zugriffsrecht für eine Mannschaft bis zum Finale ermöglichen.

Welche Herausforderungen kommen auf die Fans zu?

Bedeutend wird sein, zur rechten Zeit die richtigen Flüge und Hotels zu buchen – auch, um sich nicht finanziell zu ruinieren. Auf dem Weg zum angestrebten Titel müsste Deutschland in jedem Fall in mindestens zwei anderen Ländern spielen: Im Achtelfinale sowie in der „End-Endrunde“ in London. Die größte Frage wird sein, ob sich in den zwölf Städten eine ähnliche Turnier-Atmosphäre entwickelt wie sonst in nur einem Gastgeberland. Die Uefa hofft auf zwölf „Sommermärchen“, Kritiker gehen von zusammenhanglosen Spielen aus, zu denen deutlich weniger Auswärtsfans kommen.

In welchem Modus wird die Qualifikation gespielt?

Insgesamt gibt es zehn Gruppen, fünf mit fünf Mannschaften, fünf mit sechs. Deutschland trifft in der Gruppe C auf die Niederlande, Nordirland, Estland und Weißrussland. Für die erste paneuropäische EM in zwölf Städten Europas qualifizieren sich jeweils die beiden Gruppenersten (20 Teams) sowie die vier Gewinner des Play-offs der Nations League. Die normale Quali läuft bis zum 19. November, das Play-off wird erst im März 2020 gespielt. Deshalb könnte nach der EM-Auslosung am 30. November in Bukarest, wo vier Endrunden-Teilnehmer noch gar nicht feststehen, eine weitere Auslosung (1. April) nötig sein.

Welche Bedeutung hat eine gute Qualifikation?

Dass die Qualifikation für das Team von Bundestrainer Joachim Löw absolute Pflicht ist, steht außer Frage. Die Nationalmannschaft sollte aber auch alles daransetzen, die Gruppe mit einer sehr guten Bilanz vor den Niederlanden abzuschließen. Die EM 2020 wird wie die Endrunde 2016 mit 24 Teams gespielt, in der Gruppenphase wird es sechs Vierergruppen geben. Bei der Auslosung in Topf 1 kommen deshalb nur die sechs besten Gruppenersten der Qualifikation. Als Zweiter oder nur siebtbester Gruppensieger droht also eine schwere Gruppe.