Fussball

Thomas Häßler will nur auf dem Platz stehen

Nachdem Berlin United den früheren Weltmeister als Trainer absetzte, ist Häßler offen für Angebote anderer Klubs.

Thomas Häßler sucht eine neue Aufgabe als Trainer.

Thomas Häßler sucht eine neue Aufgabe als Trainer.

Foto: Annette Riedl / picture alliance/dpa

Berlin. Die Hitze und ein paar Sololäufe hatten Thomas Häßler zugesetzt. Aber was tut man nicht alles für die gute Sache. „Es hat Spaß gemacht, man hat sich ein bisschen bewegt, ein bisschen geschwitzt“, sagte der Fußball-Weltmeister von 1990, als das Spiel beendet war. 0:3 unterlag er mit dem FC Diabetologie gegen den FC Bundestag bei einer Benefizpartie im Jahn-Sportpark, die helfen sollte, Diabetes in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Ein paar Hallenturniere im Winter hatten Häßler genug Kondition verschafft, um nun der Hitze dieser Tage auf dem Platz zu trotzen.

Kein Verständnis für den Wechsel

Obwohl selbst die etwas unnötige Niederlage Häßler die Freude an der Veranstaltung nicht vermiesen konnte, sieht es in dem Europameister von 1996 ansonsten gerade etwas anders aus. Am Sonntag hatte er als Trainer von Berlin United die Saison mit dem Aufstieg in die Berlin-Liga, der sechsten Liga, beendet, da verkündete der Klub wenig später die Trennung. „Ich verstehe es nicht“, sagte Häßler. Von einer nötigen Luftveränderung, die beide Seiten verspürt hätten, berichtete Klubchef Stefan Teichmann in der Öffentlichkeit. „Es hieß im beiderseitigen Einverständnis, da muss man vorher mit mir gesprochen haben“, so Häßler, der ganz offenbar eine andere Sicht der Dinge vertritt.

Zwei Aufstiege in drei Jahren

Der frühere Weltstar solle nach den Vorstellungen des Klubs in den Vorstand aufrücken, während Fabian Gerdts, bislang Berliner SC, das Amt übernimmt. Für Häßler ist das keine Option. „Ich hatte nach wie vor Lust, den Verein zu trainieren. Wenn man in drei Jahren zweimal aufsteigt, dann spricht alles dafür, dass man erfolgreich war“, so der einstige Mittelfeldspieler. Vor drei Jahren übernahm er in der Bezirksliga den Verein, der damals noch Club Italia hieß und vergangene Saison fusionierte. „Dort lief letztes Jahr fast nichts mehr, es hätte keinen Club Italia oder United mehr gegeben, wenn ich nicht dageblieben wäre. Wenn das dafür der Dank sein sollte, dann muss ich das so hinnehmen.“

Nur auf dem Platz fühlt er sich wohl

Für Häßler scheint die Episode bereits beendet. „Am 30.6. läuft mein Vertrag aus, dann hat sich die Geschichte mit Berlin United erledigt. Ich bin Fußballer, ich muss auf dem Platz stehen“, erzählte er und sucht nach neuen Aufgaben. „Ich bin offen, ich bin frei. Ich höre mir alle Sachen an, wenn jemand Interesse hat.“ Er erlebe gern, wie sich Spieler in Taktik und Technik verbessern würden. „Das ist mein Ding, nicht irgendwelche Sachen, wo man sein Gesicht hinhalten muss. Ich will Fußball sehen, genießen, dabei sein, das hat mein ganzes Leben bestimmt. Ich würde mich freuen, wenn sich da in der nahen Zukunft wieder was auftut“, so Häßler. Seine Arbeit der vergangenen Jahre dürfte in Verbindung mit seiner Prominenz sicher schnell Interessenten auf den Plan rufen.