WM in Frankreich

Auf die DFB-Frauen wartet bei der WM eine Rekordprämie

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Gut gelaunt starten die DFB-Frauen in die WM.

Gut gelaunt starten die DFB-Frauen in die WM.

Foto: Armin Weigel / dpa

Die deutschen Fußball-Frauen starten voller Zuversicht in die WM. Dabei geht es in Frankreich um mehr als nur den dritten Titel.

Frankfurt. Die deutschen Fußball-Frauen sind voller Zuversicht zur Weltmeisterschaft in Frankreich gelandet. Nach dem Treffen in einem Frankfurter Nobel-Hotel flog die DFB-Delegation am Montagnachmittag nach Rennes, wo für die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Sonnabend (8. Juni) das Auftaktspiel in der Gruppe B gegen China ansteht.

„Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte die Bundestrainerin vor dem Abflug. Weitere Vorrundengegner des Olympiasiegers sind Spanien am 12. Juni in Valenciennes und Südafrika am 17. Juni in Montpellier.

DFB-Frauen haben das Halbfinale im Blick

Als Minimalziel hat Voss-Tecklenburg vor ihrem ersten Turnier als Bundestrainerin das Ticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio ausgerufen. Dafür muss die DFB-Auswahl bei der WM vom 7. Juni bis 7. Juli in Frankreich zu den drei besten europäischen Mannschaften gehören.

„Wir wollen uns für die Olympischen Spiele qualifizieren. Das bedeutet, dass wir mindestens ins Viertelfinale, wenn nicht sogar ins Halbfinale kommen müssen“, sagte die 51-Jährige: „Wenn wir das schaffen, wäre der erste große Schritt getan. Alles andere ist dann Mehrwert on top.“

Beim Titelgewinn gibt es 65.000 Euro pro Kopf

Kapitänin Alexandra Popp ist voller Tatendrang: „Endlich ist es so weit, alle haben ein Strahlen im Gesicht, dass die Zeit endlich gekommen ist.“

Auch wenn neun Olympiasiegerinnen an Bord sind, befindet sich die DFB-Auswahl nach zwei Krisenjahren im Umbruch. Zwölf Jahre nach dem bislang letzten WM-Erfolg stellt Deutschland (im Schnitt 25 Jahre und 10 Monate) die fünftjüngste Mannschaft des Turniers. 15 Spielerinnen erleben ihre erste Weltmeisterschaft überhaupt.

Holt das junge Team tatsächlich den dritten Stern, erhalten die Spielerinnen eine Rekordprämie. 65.000 Euro gibt es pro Kopf für den Titelgewinn, dazu 10.000 Euro für die erfolgreiche Olympia-Qualifikation.

USA sind der Top-Favorit

Als Favorit geht der zweimalige Weltmeister jedoch nicht ins Turnier. Diese Rolle gebührt in Frankreich anderen.

Titelverteidiger USA zum Beispiel. Nach dem frühen Olympia-K.o. 2016 in Rio im Viertelfinale gegen Schweden will der Rekordchampion und Weltranglistenerste wieder zeigen, wer im Frauenfußball den Ton angibt.

Vor vier Jahren in Kanada beendeten Alex Morgan, Megan Rapinoe und Co. den deutschen Titeltraum im Halbfinale (2:0) und holten zum dritten Mal nach 1991 und 1999 den Titel.

Auch Frankreich und England sind stark

Die Französinnen wollen den Männern vor eigenem Publikum nacheifern. Doch bislang sind sie ihren hohen Ansprüchen nie gerecht geworden. Beste Platzierung war Rang vier bei der WM 2011 in Deutschland.

Mit Kapitänin Amandine Henry, Wendie Renard oder Eugenie Le Sommer, allesamt vom Champions-League-Dauersieger Olympique Lyon, steht Extraklasse in der Auswahl des Gastgebers.

Selbstbewusst gehen die Engländerinnen in die WM. Nationaltrainer Phil Neville tönt bereits: „Ich bin mir sicher, dass diese Mädels den Pokal holen können.“ Der Verband FA hofft, wie bei den Männern im vergangenen Jahr eine echte Euphorie in der Heimat entfachen zu können.

( BM )