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Thomas Tuchel gibt keine Garantien für Neymar und Mbappé

Nach der Vertragsverlängerung sagt Tuchel, er wolle, dass seine Stars bleiben: „Aber in dem Geschäft darf man nicht naiv sein.“

Thomas Tuchel (M.), Trainer von Paris St. Germain, feiert mit Kapitän Thiago Silva (3.v.l.) und anderen Spielern die Meisterschaft der Ligue 1

Thomas Tuchel (M.), Trainer von Paris St. Germain, feiert mit Kapitän Thiago Silva (3.v.l.) und anderen Spielern die Meisterschaft der Ligue 1

Foto: Foto: Wojazer / Reuters

Berlin/Paris. Am Tag, nachdem seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis Juni 2021 bekannt gegeben wurde, sagte PSG-Trainer Thomas Tuchel: „Ich kann nicht garantieren, dass Neymar und Kylian Mbappé auch kommende Saison bei Paris Saint-Germain spielen werden.“ Der Brasilianer Neymar, im Sommer 2017 für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona gekommen, wird auch in diesem Sommer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebracht.

Mbappé, Fußball-Weltmeister mit Frankreich 2018, hat jüngst geäußert, dass seine Karriere „an einen Wendepunkt gekommen“ sei. Er wolle „mehr Verantwortung übernehmen, vielleicht bei PSG oder bei einem neuen Projekt.“ Daraufhin hatte sein Arbeitgeber umgehend ein Statement veröffentlich, dass Mbappé bei PSG bleiben werde.

Tuchel, der von „Sky Sports“ am Rande des Formel-1-Rennens in Monaco interviewt wurde, sagte zu diesen Spekulationen: „Ich kenne das. Wir haben Mai. Mag sein, dass das, was ich jetzt sage, nächsten Monat schon nicht mehr stimmt.“ Wenn es viele Spekulationen um Paris St. Germain gebe, „heißt das, dass wir eine Mannschaft mit viel Qualität und Talent haben.“

Tuchel gewann „nur“ die französische Meisterschaft

Sein Wunsch als PSG-Trainer sei: „Ich möchte, dass alle meine Spieler bei PSG bleiben. Die Arbeit ist nicht beendet, wir haben gerade erst angefangen.“ Aber er könne nichts versprechen. „In diesem Geschäft darf man nicht naiv sein.“

Tuchel, der im Sommer 2018 als Nachfolger von Unai Emery angetreten war, hat in diesem Jahr in dem von Katar alimentierten Klub „nur“ die französische Meisterschaft gewonnen. Im nationalen Pokal verlor PSG das Finale gegen Außenseiter Stade Rennes im Elfmeterschießen (5:6 i.E., 2:2, 2:2, 2:1). Vor allem schmerzte die Pariser das erneute frühe Aus in der Champions League. Diesmal scheiterte PSG im Achtelfinale im heimischen Prinzenpark an Manchester United (2:0, 1:3).

Tuchel sieht die Premier League enteilen

Dennoch genießt der ehemalige Trainer vom FSV Mainz und Borussia Dortmund das Vertrauen der PSG-Chefetage. Klub-Chef Nasser Al-Khelaifi sagte: „Thomas ist ein großer Fußballfan, ein sehr anspruchsvoller Trainer, der anderen zuhört, über Fachkenntnisse zum Spiel und sehr gute Managementfähigkeiten verfügt. Wir freuen uns, dass wir uns langfristig auf seine Qualitäten verlassen können.“

Beim Sender RTL sagte Tuchel, dass der Fußball in England der französischen Ligue 1 und der Bundesliga weiter enteile: „Der Wettbewerb in England ist der härteste und der, der den Spielern am meisten abfordert.“ Die englischen Klubs hätten ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen, als die Vereine aus der Premier League im Frühjahr, wenn die Titel vergeben werden, oft überspielt gewirkt hatten.

Nur englische Klubs in den Europapokal-Finals

„Die Liga wird stärker und stärker“, sagte Tuchel mit Blick auf die Europacup-Endspiele. Am Mittwoch gibt es im Finale der Europa League in Baku ein Londoner Duell zwischen dem FC Arsenal und dem FC Chelsea (21 Uhr/RTL und DAZN live). Am Sonnabend stehen sich in Madrid in der Champions League der FC Liverpool und Tottenham Hotspur gegenüber (21 Uhr/Sky und DAZN live).