Bundesliga-Endspurt

Wird der FC Bayern heute Meister?

Der FC Bayern kann mit einem Sieg in Leipzig die 29. Meisterschaft perfekt machen. Und Frankfurt hofft auf die Champions League.

Die Bayern feiern – auch heute?

Die Bayern feiern – auch heute?

Foto: firo Sportphoto/Marcel Engelbrecht / picture alliance / augenklick/firo Sportphoto

Berlin. Der Zweck heiligt die Mittel, auch oder gerade im Profifußball. So wurde Hans-Joachim Watzke, seines Zeichens Geschäftsführer von Borussia Dortmund, nicht müde, seine Abneigung gegenüber RB Leipzig vor den letzten zwei Saisonspielen der Bundesliga noch einmal kundzutun.

„Mir gefällt das Konstrukt weiter nicht besonders“, sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Spielt die von Red Bull alimentierte Mannschaft jedoch in die eigenen Meister-Karten, dann werden ihr die Daumen gedrückt: „Sie machen es in Leipzig sportlich gut. Top, wirklich, top“, so Watzke. Leipzig sei mittlerweile „die drittstärkste Kraft im deutschen Fußball“. Der 59-Jährige ist davon überzeugt, dass sie gegen den FC Bayern „alles geben wird“.

RB Leipzig gegen den FC Bayern – es ist am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) Teil eins des Showdowns um die beiden deutschen Titel. Die Münchner können mit einem Sieg in Leipzig ihre 29. Meisterschaft, zugleich die siebte in Folge, perfekt machen. Schon bei einem Remis wäre das Titelrennen wieder offen, sollte Dortmund zeitgleich Fortuna Düsseldorf schlagen.

Bayern-Trainer Kovac mit Respekt vor Leipzig

Feierlichkeiten sind bei den Bayern zumindest nicht geplant. Der Respekt gegen Leipzig, das auch im DFB-Pokalfinale am 25. Mai Gegner der Bayern ist, ist zu groß. „Wir reden über eine sehr gute Mannschaft, die wie wir eine beachtliche Serie hingelegt hat. Wir müssen uns bis zur Decke strecken, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Trainer Niko Kovac.

RB-Trainer Ralf Rangnick ist sich der Ausgangslage bewusst. Der Druck liege ausschließlich bei den Gästen.

„Die Bayern müssen dreifach punkten, wenn sie nicht von Dortmunds Ergebnissen abhängig sein wollen, und wir müssen nicht, aber wir wollen, haben richtig Lust und Bock auf dieses Spiel“, sagte Rangnick.

Fünf Teams, ein Champions-League-Platz

Gleich fünf Mannschaften haben Bock, den vierten Champions-League-Platz zu erobern. Die besten Karten hat weiter Eintracht Frankfurt. Man darf gespannt sein, wie die Eintracht am Sonntag (18 Uhr, Sky) im Heimspiel gegen Mainz das bittere Halbfinal-Aus in der Europa League beim FC Chelsea (4:5 nach Elfmeterschießen) verkraftet hat.

Denn mit den punktgleichen Leverkusenern sowie Mönchengladbach und Wolfsburg (je zwei Zähler dahinter) wartet die Konkurrenz nur auf Ausrutscher. Gegen Schalke müsse Leverkusen „wieder eine Top-Leistung bringen“, forderte Trainer Peter Bosz.

Wolfsburg hat Europa im Blick

Gladbachs Coach Dieter Hecking bangt vor dem Duell beim abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg um Angreifer Patrick Herrmann und Abwehrspieler Tony Jantschke. Stürmer Raffael und Mittelfeldspieler Fabian Johnson können wahrscheinlich auch nicht auflaufen.

Wolfsburg würde mit einem Sieg in Stuttgart und gleichzeitiger Niederlage Hoffenheims gegen Bremen die Rückkehr auf die internationale Bühne feiern: Ein Europa-League-Platz wäre den Niedersachsen dann nicht mehr zu nehmen.

Kaum noch Chancen für Nürnberg und Hannover

Im Liga-Keller herrscht dagegen Zweckoptimismus. Denn sowohl Nürnberg als auch Schlusslicht Hannover 96 (gegen den SC Freiburg) müssen selbst bei eigenen Siegen darauf hoffen, dass Stuttgart auf Relegationsplatz 16 nicht auch punktet.

„Wenn man sieht, wie Liverpool da zurückgekommen ist - niemand hat das erwartet. Genauso erwartet niemand das bei uns, deswegen haben wir die Chance, das noch zu schaffen“, sagte Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens vor dem Heimspiel des FCN gegen Borussia Mönchengladbach.

Er sprach damit auch den Hannoveranern aus der Seele.„Wir haben gesehen, was Glaube und Mentalität bewirken können. Das ist das Geile im Fußball“, sagte Trainer Thomas Doll vor der Partie gegen den SC Freiburg: „Wir sollten an unsere Chance glauben.“ Sein Glaube an den Klassenerhalt sei „sehr groß“.