Champions League

Klopp und Liverpool fordern Messi heraus

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Liverpools Teammanager Jürgen Klopp freut sich auf das Halbfinal-Hinspiel am Mittwochabend beim FC Barcelona.

Liverpools Teammanager Jürgen Klopp freut sich auf das Halbfinal-Hinspiel am Mittwochabend beim FC Barcelona.

Foto: Carl Recine / Action Images via Reuters

Trainer Klopp will mit Liverpool den FC Barcelona mit Superstar Messi stoppen. Dabei setzt der deutsche Coach auf die eigenen Stärken.

Barcelona.  Jürgen Klopp verabscheut Social Media und die Jagd auf Stars zur reinen Selbstdarstellung. Auf Twitter und Facebook zu verzichten, nennt er die klügste Entscheidung seines Lebens. Beim Allergrößten aber kann sich selbst Klopp nicht beherrschen. „Ich habe ein einziges Selfie auf meinem Smartphone: Eines mit Lionel Messi“, erzählt der deutsche Teammanager des FC Liverpool. Dabei sei damals ein gewisser Cristiano Ronaldo „mit im Raum gewesen“.

Eben jenen Messi, den er so bewundert, wird Jürgen Klopp irgendwie mit taktischen Kniffen ausschalten müssen, wenn er es ins Finale der Champions League nach Madrid schaffen will. Bei seinem ersten Auftritt im mythischen Camp Nou am Mittwochabend (21 Uhr/Sky und DAZN) soll der Grundstein im Halbfinal-Hinspiel beim FC Barcelona gelegt werden - und die Sperre gegen Messi hochgezogen. „Fast jeder hat es versucht“, sagt Klopp: „Niemand hat es wirklich geschafft.“

Joel Matip, Abwehrspieler der „Reds“, fasste das Problem im „Kicker“-Interview zusammen: „Gegen Messi gibt es kein Rezept.“ Also: Kluge Raumaufteilung, Übergeben, Antizipation und die nötige Härte, dann kann es was werden. „Es geht nur vereint“, meint Matip. Vielleicht. Denn mit einer Prise Messi-Genie ist immer zu rechnen.

Mit ter Stegen ein sicherer Rückhalt im Tor

Wenn das bloß alles wäre. Schließlich steht da im gegnerischen Tor noch der vielleicht beste Torhüter der Welt. Marc-Andre ter Stegen „macht das überragend“, schwärmt Matip, „sein Spielaufbau sucht seinesgleichen, diese Ruhe, diese Passqualität“.

In Barcelona hat der deutsche Nationaltorwart sich den Ruf eines Hexers erworben. An Selbstvertrauen mangelt es ihm auch nicht: „Liverpool ist ein Brocken, aber wir sind in einer Topverfassung“, sagte er der Bild-Zeitung.

Während der FC Liverpool gegen Manchester City im Kopf-an-Kopf-Rennen um seinen ersten Meistertitel seit 1990 ringt, hat Barcelona die Meisterschaft schon im Sack und steht überdies im Pokalfinale. Es könnte eine Triple-Saison wie 2015 werden.

Die Katalanen seien eben „ein verdammt gutes Fußballteam“, sagt Klopp. „Ich habe bisher nie in einem Pflichtspiel gegen Barcelona gespielt, aber ich habe so viele andere Mannschaften beobachtet, wie sie gegen Barcelona verloren haben. Ich habe immer gedacht, es wäre interessant, selbst mal gegen das Team zu spielen und es auszuprobieren.“ Die Chance ist nun gekommen.

Liverpool setzt auf seine Top-Offensive

Allerdings rät Klopp, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Die Traumoffensive mit Mo Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino beispielsweise. Das kompakte Mittelfeld, die hohe Intensität.

Allerdings wird auch anderes gefordert sein: „Die große Herausforderung in diesem Spiel ist es, ein großes Frustrationspotenzial zu haben. Wenn Barcelona im Ballbesitz ist, sind sie nur schwer vom Ball zu trennen - das musst du akzeptieren.“ Ist der Ball mal bei den „Reds“, „dann müssen wir sofort Gefahr ausstrahlen“.

Insofern ist Klopp zuversichtlich, ein paar „Dinge zu finden, mit denen wir etwas anfangen können. Ich freue mich drauf“. Seine Ehrfurcht vor dem Camp Nou hat er bereits 2016 bei einem Besuch abgelegt. Letztlich sei die 96.000-Zuschauer-Schüssel auch „nur ein Stadion und kein Tempel“. Allerdings eines, in dem Lionel Messi zelebriert. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen: