Fussball

Warum jetzt selbst Watzke zum Schalke-Fan wird

Vor dem Derby zwischen Dortmund und Schalke könnten die Gegensätze nicht größer sein.

In der Hinrunde holten sich Marco Reus (r.) und der BVB den Derbysieg.

In der Hinrunde holten sich Marco Reus (r.) und der BVB den Derbysieg.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Berlin. Dass sich ausgerechnet er mal auf die Seite des ungeliebten Nachbarn aus Gelsenkirchen schlagen würde, hätte Hans-Joachim Watzke wohl selbst nicht gedacht. Vor dem Duell zwischen seiner Borussia aus Dortmund und dem in Hassliebe verbundenen Lokalrivalen FC Schalke 04 am Sonnabend (15.30, ARD und Sky) durfte man vom BVB-Geschäftsführer allerdings ungewohnte Worte vernehmen. „Ich will nicht, dass Schalke absteigt. Die Bundesliga braucht Schalke und die Derbys“, sagte Watzke der „Bild“.

Zwischen beiden Klubs liegen so viele Punkte wie noch nie

So ungewohnt wie die plötzliche Zuneigung zum ewigen Kontrahenten sind auch die Voraussetzungen vor diesem 176. Derby. 42 Punkte liegen die beiden Klubs in der Tabelle auseinander. Einen größeren Abstand gab es vor einem Derby noch nie.

Der BVB kämpft um die Meisterschaft, will mit einem Sieg den FC Bayern München unter Druck setzen, der am Sonntag in Nürnberg zu Gast ist (18 Uhr, Sky). Schalke hingegen trudelt nach nur einem Erfolg in den vergangenen zwölf Spielen der Abstiegszone entgegen. Wer hat nun also den größeren Druck? „Ich denke beide. Aber der eine Druck ist etwas positiver als der andere“, sagte Schalke-Trainer Huub Stevens.

Stevens mit dubiosen Äußerungen zur Stimmung

Vor allem weil der Niederländer in Gelsenkirchen auch noch einige andere Baustellen hat. Fragwürdige Einstellungen der Spieler und disziplinarische Verfehlungen befeuern die ohnehin schon lodernde Unruhe. „Ich kann und darf nicht alles sagen“, erklärte Stevens: „Vielleicht wird das noch kommen. Vielleicht intern. Vielleicht aber auch in der Öffentlichkeit. Ich weiß es noch nicht.“ Die Probleme, die Schalke abseits des Platzes plagen, gingen auf jeden Fall „in mehrere Richtungen“.

Derbysieg wäre für beide zukunftsweisend

Beim BVB gibt es hingegen seit Wochen nur eine Richtung. Nach ganz oben. „Wir wollen weiter oben dranbleiben, und dann müssen wir auch Schalke weghauen“, sagte Kapitän Marco Reus. Für den BVB wäre der zweite Derbysieg in dieser Saison (2:1 in der Hinrunde) ein wichtiger Schritt Richtung Titel.

Für den S04 könnte ein Erfolg vor allem einen mentalen Schub für ein schwieriges Restprogramm sein. „Mit einem Sieg wäre diese Saison ein bisschen besser“, sagte Schalkes Vize-Kapitän Benjamin Stambouli. Selbst wenn ein Erfolg keinen allzu großen Effekt auf die Lage in der Tabelle hätte. Derbysiege sind dann doch irgendwie mehr wert als drei Punkte.