DFB-Pokal

Der ewige Pizarro will es noch einmal wissen

Claudio Pizarro hat erneut das Pokalfinale im Visier. Schon vor 19 Jahren war der Peruaner im Endspiel zwischen Werder und Bayern dabei.

Schöne Geste: Bremens Claudio Pizarro (l.) und Bayerns Rafinha klatschen sich beim letzten Bundesligaspiel ab.

Schöne Geste: Bremens Claudio Pizarro (l.) und Bayerns Rafinha klatschen sich beim letzten Bundesligaspiel ab.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Bremen.  So etwas passiert im Fußball nur ganz besonderen Spielern. Als Claudio Pizarro am vergangenen Sonnabend beim ersten Duell zwischen Bayern München und Werder Bremen eingewechselt wurde, jubelten ihm die Fans beider Vereine zu.

Der 40 Jahre alte Peruaner hat insgesamt neun Jahre für die Bayern gespielt und wird am Ende dieser Saison auch neun Jahre für Werder gespielt haben.

Das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen beiden Vereinen an diesem Mittwochabend im Weser-Stadion (20.45 Uhr/ARD) soll ein weiteres, nach seinem Geschmack aber noch nicht das letzte Highlight dieser langen und stolzen Karriere werden.

Peruaner glaubt an den Heim-Vorteil für Bremen

„Es ist immer etwas Besonderes, in Berlin zu sein“, sagte Pizarro. Das erste Mal spielte er schon vor 19 Jahren bei einem Pokal-Endspiel mit. Auch damals standen sich Werder und Bayern gegenüber - nur hießen Pizarros Mitspieler noch Bernhard Trares, Marco Bode oder Dieter Eilts.

Die Bremer verloren mit 0:3, waren an jenem 6. Mai 2000 aber der viel größere Außenseiter, als sie das diesmal sind. „Wir haben den Vorteil, dass wir zu Hause spielen. Wir glauben, dass wir das schaffen können“, sagte Pizarro.

Die 0:1-Niederlage am vergangenen Sonnabend in München hat an dieser Einschätzung nichts geändert. „Wir haben ein Bundesliga-Spiel verloren. Mittwoch ist eine andere Geschichte. Jetzt müssen wir unsere Konzentration und Kraft sammeln.“

Die Zukunft des 40-Jährigen ist noch offen

Was nach dieser Saison passiert, wird allerdings auch nach den beiden Nord-Süd-Duellen noch nicht so schnell entschieden werden. Pizarro hat als spielende Bundesliga-Legende alle Optionen: Wird er noch ein weiteres Jahr bei Werder dranhängen?

Wird er „eine Art Botschafter-Rolle“ bei den Bayern übernehmen, wie es ihm der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erst in der vergangenen Woche angeboten hat? Oder macht er es nach der Karriere einfach so wie während der Karriere und arbeitet am Ende für beide Klubs?

„Das muss ich mich auch noch fragen, das weiß ich nicht“, sagte Pizarro selbst dazu. Und der Bremer Sportchef Frank Baumann erklärte: „Wir haben gesagt, dass wir uns im April zusammensetzen. Dann wird es aber vielleicht noch nicht direkt eine Entscheidung geben. Claudio hat Zeit und wir haben Zeit. Im vergangenen Jahr hat er hier auch erst im Sommer unterschrieben.“

107 Liga-Tore für Bremen, 87 für Bayern

Nach bislang 107 Bundesliga-Toren für Werder und 87 für die Bayern ist der älteste Torschütze der Bundesliga-Geschichte überall willkommen. „Claudio ist ein toller Fußballer und ein toller Mensch. Er ist ein ganz feiner und lustiger Kerl“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac vor dem Pokalspiel. „Es freut mich, dass er mit 40 noch Fußball spielt, wobei es sicherlich anders ausschaut als noch vor 15 Jahren.“

Kovac (47 Jahre) und Pizarro (40) spielten von 2001 bis 2003 beim FC Bayern zusammen. “Wir werden sehen, wenn er denn mal aufhört, wo er sich dann niederlässt. Ob in Bremen oder in München“, sagte Kovac über seinen früheren Team-Kollegen. „Ich freue mich, dass er vielleicht am Mittwoch gegen uns spielt.“