BUNDESLIGA

Niklas Süle macht es den Bayern-Stürmern vor

Trotz vieler Chancen trifft nur der Münchener Innenverteidiger gegen Werder Bremen. Platzverweis für Milos Veljkovic.

Bayerns Niklas Süle (r.) erzielt das Tor des Tages, Bremens Torwart Jiri Pavlenka ist gegen den abgefälschten Schuss machtlos.

Bayerns Niklas Süle (r.) erzielt das Tor des Tages, Bremens Torwart Jiri Pavlenka ist gegen den abgefälschten Schuss machtlos.

Foto: Foto: Hangst / Bongarts/Getty

München. Sie waren das einzig ungeschlagene Team der Rückrunde, hatten in jedem Saisonspiel mindestens ein Tor erzielt. Nun ist die Serie der Bremer gerissen – gegen die Bayern, von denen man eher solche Zahlen erwartet. Der FC Bayern landete einen Pflichtsieg, der allerdings sehr hart und mühsam erkämpft wurde. Trotz 28:3-Torschüssen.

Gegen Werder reichte eine durchschnittliche Vorstellung und ein Weitschuss-Treffer von Innenverteidiger Niklas Süle, allerdings abgefälscht von Davy Klaassen, zum 1:0-Erfolg. Eine solide, aber doch dünne Leistung – und das über eine halbe Stunde gegen zehn Bremer, da Milos Veljkovic nach Ellbogen-Einsatz im Zweikampf gegen Süle mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde (58.). Bei mehreren Kontern konnten die Gastgeber nicht den Deckel drauf machen, verpassten gute Gelegenheiten, zu erhöhen. Am Ende feierten Trainer Niko Kovac und die Bank ziemlich emotional einen wichtigen Sieg im Ottmar-Hitzfeld-Stil.

Nicht schön, Hauptsache effektiv und am Ende drei Punkte. Plus: Wichtig im Meisterkampf zwischen dem Titelverteidiger und dem Herausforderer Borussia Dortmund. Der BVB muss nun am Sonntag nachlegen, steht in Freiburg vor einer kniffligen Aufgabe.

Niko Kovac: Ein Sieg der Geduld

„Es war ein Sieg der Geduld“, sagte ein erleichterter Niko Kovac, „der Platzverweis hat uns die Sache in der zweiten Halbzeit sicher erleichtert.“ Die maue erste Hälfte entschuldigte der Bayern-Coach mit dem Wetter: „25 Grad von null auf hundert, das ist nicht einfach.“ Tatsächlich war es von beiden Teams vor der Pause Sommerfußball an Ostern. Man belauerte sich, das Visier unten. Sehr abwartend, zurückhaltend. Als wäre es ein Europacup-Hinspiel. Schließlich sieht man sich am Mittwoch an der Weser weder, im DFB-Pokalhalbfinale.

Ein anderes Bild in der zweiten Hälfte nach der Ampelkarte für Veljkovic: Gegen zehn Bremer wurde es ein Spiel auf ein Tor. Kovac brachte Leon Goretzka für den nun überflüssigen Sechser Javi Martínez: das Signal zur Attacke. Bayern nun zielstrebiger, aus Sicht der Heimfans endlich energischer und kreativer. Serge Gnabry, Thomas Müller und Robert Lewandowski vergaben beste Chancen.

Bis Süle kam – samt Schuss ins Glück. „Ich habe mir die Seele rausgeschrien, dass Thiago mich in dieser Szene sieht und anspielt“, sagte der Nationalspieler, „gegen Dortmund habe ich zwei Schüsse Football-mäßig in das Fangnetz hinter dem Tor geschossen. Von daher bin ich froh, dass es heute geklappt hat.“

Mittwoch im DFB-Pokal hat Bremen Heimrecht

Am Mittwoch im Pokal ist Süle wegen einer Roten Karte aus dem Viertelfinale gesperrt. „Das wird ein anderes Spiel, ein intensiveres, schwierigeres Spiel. Wir müssen gewappnet sein“, glaubt Kovac. Der Bayern-Trainer ziemlich defensiv: „Wenn wir unsere Form der letzten Wochen finden, dann haben wir eine Chance. Abends unter Flutlicht mit dem Bremer Publikum wird es sicher eine enge Kiste.“

Und der Titelkampf mit dem BVB? „Es ist noch nichts entschieden“, meinte Kovac. Die Bayern haben nun neun ihrer letzten zehn Liga-Spiele gewonnen, spielen die zweitbeste Rückrunde der Vereinsgeschichte (mit nur einer Niederlage und einem Remis). Und eine Serie hat doch noch gehalten: Bayern hat nun die letzten 17 Liga-Spiele gegen Werder gewonnen – einmalig in der Bundesliga-Historie.