Europa League

So feiern Frankfurts Fans Kultfigur Hinteregger

Frankfurts Fans stimmen sich für das Viertelfinale in Lissabon ein. Verteidiger Hinteregger spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Ab durch die Mitte: Frankfurts Martin Hinteregger düpiert Ivan Perisic (l.) und Keita Balde von Inter Mailand

Ab durch die Mitte: Frankfurts Martin Hinteregger düpiert Ivan Perisic (l.) und Keita Balde von Inter Mailand

Foto: Daniele Mascolo / Reuters

Lissabon. Natürlich ist ein Teil der „Hinti Army“ auch in Lissabon im Einsatz, bis tief in die Nacht wird in rot-weißen Shirts der Kult-Song gegrölt. „Stärker als er ist nur ein Trecker, denn keiner spielt wie Martin Hinteregger“, hallt es dann durch die pittoresken Gassen des Szeneviertels Bairro Alto - gefolgt von einem inbrünstigen: „We’re Hinti Army now!“

Jene aus einem Scherz entstandene Armee wächst derart rasant, dass selbst der Feldherr überrascht ist. „Ich habe nicht gewusst, dass es so extrem ist“, gestand Hinteregger, der den Kult um seine Person als „Anerkennung für die bisherigen Leistungen“ und Ansporn sieht, „weiter alles dafür zu tun, dass es eine Hinti Army gibt“.

So feiern Frankfurts Fans Kultfigur Hinteregger

Der 26 Jahre alte Österreicher ist freilich nicht der erste Sympathieträger des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, er wird garantiert auch nicht der letzte sein. Dank seiner konsequenten Abwehrarbeit hat sich Hinteregger allerdings so schnell in die Herzen der Anhänger gespielt wie kein anderer vor ihm.

Hinteregger ist bis Saisonende ausgeliehen

„15 Minuten“, so die Einschätzung von Trainer Adi Hütter, habe Hinteregger nach seinem Wechsel vom FC Augsburg zur Eintracht benötigt, um sich zu integrieren. Dass die leicht modifizierte Version des Status-Quo-Hits „In The Army Now“ mittlerweile sogar in der Kabine läuft, belächelt Hütter allerdings: „Jeder kann sich sein Urteil bilden, ich habe den Song jedenfalls nicht auf meiner Playlist. Aber es zeigt den Stellenwert von Martin.“

Der 37-malige Nationalspieler, vom Liga-Konkurrenten FC Augsburg ausgeliehen bis zum Saisonende, ist eine unverzichtbare Größe des „Türsteher-Klubs“, wie der Hessische Rundfunk die Dreierkette der Eintracht taufte.

Sogar Kapitän David Abraham (“Hinti ist eine Maschine“) hat mittlerweile das Nachsehen - dabei war der Argentinier erst der Grund dafür, dass Hinteregger überhaupt kam. Abrahams Verletzung in der Winterpause zwang die SGE-Verantwortlichen zum Handeln.

Social Media meidet der Österreicher

Dass Hinteregger zur Verfügung stand, war den kritischen Aussagen über den mittlerweile gefeuerten FCA-Trainer Manuel Baum geschuldet. Im Song heißt es in einer weiteren Passage treffend: „Er rasiert den Gegner ohne Schaum. Sein Lieblingstrainer? Ist nicht der Baum.“

Tatsächlich ist Hinteregger jemand, der selten einer Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Auf und neben dem Platz. „Ich habe nur meinen eigenen Kopf“, sagte der Linksfuß einmal, weshalb er auch lieber in früheren Jahren Profi gewesen wäre. „Da hätte ich authentischer sein dürfen.“

Absolut authentisch wirkt Hinteregger jedoch, wenn er über sein Leben als Privatperson spricht. Social-Media-Aktivitäten meidet er, ein Smartphone besitzt Hinteregger ebenfalls nur, weil in Frankfurt der Trainingsalltag per Eintracht-App geregelt wird. Zudem übt er sich fleißig im Musizieren mit der Ziehharmonika. „Das erdet mich“, sagt Hinteregger - und wäre eigentlich ein netter Ansatz für einen weiteren Hinti-Army-Song.