Bundesliga-Montagsspiel

Irre: Eine Pleite bringt Nagelsmann in die Königsklasse

Hoffenheims Trainer betreut nächste Saison Leipzig. Das gibt dem Duell heute womöglich ein Geschmäckle.

Ralf Rangnick (r.) besiegte Julian Nagelsmann bereits zweimal in dieser Saison.

Ralf Rangnick (r.) besiegte Julian Nagelsmann bereits zweimal in dieser Saison.

Foto: Jan Woitas / picture alliance/dpa

Leipzig.  Wenn Ralf Rangnick (60) die künftige Zusammenarbeit mit Julian Nagelsmann (31) beschreibt, fallen auch die Namen einiger ganz Großer im Trainergeschäft. Dabei geht es gar nicht um Titel, Trophäen und Erfolge. Es geht vielmehr um die Frage, wie zwei nach außen derart starke und meinungsfreudige Persönlichkeiten künftig reibungslos zusammenarbeiten wollen. „Wenn Sie mal nachfragen, ob Jürgen Klopp, Thomas Tuchel oder Pep Guardiola, Carlo Ancelotti oder wie sie alle heißen, umgängliche Trainer für Spieler und Mitarbeiter sind, dann werden Sie vermutlich überall die gleiche Antwort kriegen“, sagte RB Leipzigs Sportdirektor und Trainer Rangnick am Sonntag: „In aller Regel sind die richtig guten Trainer auch durchaus mal anstrengend und unbequem.“

Er selbst schließe sich da nicht aus. Die Spekulationen über das künftige Arbeitsverhältnis kann Rangnick aber „überhaupt nicht“ nachvollziehen. „Wir haben uns deswegen dahin entwickelt, wo wir jetzt sind, weil wir in jedem Fall für jede Position jeweils den Bestmöglichen gesucht haben. Wir haben nicht irgendjemanden gesucht, der sich möglichst harmonisch einreiht in den Mitarbeiterstab“, erklärte Rangnick. Dass es an diesem Montag (20.30 Uhr/Eurosportplayer) zum dritten Mal in dieser Saison zum pikanten Duell des ehemaligen Hoffenheim-Coaches Rangnick mit dem designierten Leipziger Trainer Nagelsmann kommt, lässt beide eher kalt. „Nix Großartiges, Besonderes“, sagt Nagelsmann und betont dann: „Wir werden uns sicher auch mal reiben. Nur so entwickelt man sich. Ralf ist auch ein Grund, warum ich dorthin gehe.“

Beim letzten Duell gegeneinander birgt die sportliche Situation ihrer Teams jedoch besondere Brisanz. Zweimal bereits verlor Nagelsmann bereits Duelle gegen Rangnick. Im DFB-Pokal flog Hoffenheim in Leipzig raus (0:2) und im Liga-Hinspiel setzte es ein 1:2. Mit einer weiteren Niederlage würde die TSG den Anschluss an den Champions-League-Kandidaten verlieren. Trost für Nagelsmann: Mit einem Leipziger Sieg käme sein künftiger Arbeitgeber der europäischen Meisterklasse einen weiteren Schritt näher. Platz drei winkt sogar, vorbei an Borussia Mönchengladbach.

Wenn Leipzig nächste Saison in der Königsklasse spiele, „und ich bin dabei, dann ist das eine schöne Sache“. Mit dem Erfolg von Leipzig habe er aber erst zu tun, „wenn ich da antrete“, sagt Nagelsmann. Er will die Hoffenheimer unbedingt ein drittes Mal ins internationale Geschäft führen. Bei einer Niederlage kann er diesen Traum abhaken.