Regionalliga

Manipulationsverdacht: Ermittlungen gegen Vater von Petersen

Er soll vor dem Spiel in Babelsberg zwei Spieler des Gegners mit der Absicht kontaktiert haben, ihr Engagement zurückzunehmen.

Andreas Petersen (l.) mit Sohn Nils, Stürmer des SC Freiburg. Gegen den Sportdirektor von Germania Halberstadt wurden Ermittlungen eingeleitet.

Andreas Petersen (l.) mit Sohn Nils, Stürmer des SC Freiburg. Gegen den Sportdirektor von Germania Halberstadt wurden Ermittlungen eingeleitet.

Foto: Axel Kammerer / picture alliance

Berlin.  Der Start der Fußball-Regionalliga Nordost ins Jahr 2019 hätte schlechter nicht ausfallen können. Sieben der neun Partien des 20. Spieltages mussten wegen schlechter Witterung abgesagt werden. Und dann kommt auch noch der Manipulationsverdacht hinzu, der inzwischen sogar ein Fall für die Staatsanwaltschaft ist. Ein chinesischer Sportvermarkter soll versucht haben, über mehrere Vereine in großem Stil zu manipulieren.

Demnach sollen sich Vertreter des Vermarkters, der auch eine Zweigstelle in Wernigerode hat, Ende November mit Angestellten des Spitzenreiters Chemnitzer FC getroffen haben, um im Stadion eine Loge mieten zu wollen. Laut „Bild“ seien zur „Refinanzierung“ der Kosten „sichere Siege“ vorgeschlagen worden und eine Zusatzprämie von 60.000 Euro pro gewonnenem Spiel in Aussicht gestellt. Die Klubvertreter hätten dies als Umschreibung für Spielmanipulationen aufgefasst und den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) sowie die Staatsanwaltschaft in Chemnitz informiert.

Zudem berichtet die „Magdeburger Volksstimme“, dass mehrere Vereine von dem Sportvermarkter angesprochen wurden. „Wir haben Kenntnis, dass eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz eingegangen ist. Auch Babelsberg ist an uns herangetreten. Von weiteren Vereinen ist mir nichts bekannt“, sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs dem MDR.

Berliner Klubs offenbar nicht betroffen

Vereine aus Berlin sind offenbar nicht betroffen. „Wenn bei uns so etwas passiert wäre, hätten wir das natürlich sofort gemeldet. Man kann nur an den Fair-Play-Gedanken appellieren. Der Sache muss man so schnell wie möglich auf den Grund gehen“, sagte Rocco Teichmann, Sportdirektor des FC Viktoria.

Mehmet Öztürk, Sportlicher Leiter des Berliner AK, erklärte: „Von uns wurde keiner angesprochen. Und unsere Spieler sind dazu angehalten, so etwas sofort zu melden.“ Zugleich zeigte er einen Lösungsansatz auf, wie dem Problem von Spielmanipulationen in unterklassigen Ligen beizukommen sein könnte: „Man sollte nur auf Spiele ab der Dritten Liga aufwärts, also im Profibereich, wetten dürfen. Da ist die Versuchung nicht so groß ist, als wenn jemand nur 1000 Euro im Monat verdient.“

Auch aus dem Umfeld von Hertha BSC war zu vernehmen, dass es keinen derartigen Kontakt mit einem Spieler oder Verantwortlichen des Regionalliga-Teams gegeben habe.

Petersen weist Vorwürfe zurück

Der chinesische Sportvermarkter, der sich laut seiner Internetseite „der Entwicklung und Vermarktung des chinesischen Nachwuchsfußballs mit Schwerpunkt auf regelmäßigen, immer wachsenden Turnieren in Deutschland und China“ verschrieben habe, ist offizieller Kooperationspartner von Germania Halberstadt. Gegen dessen Sportdirektor, Andreas Petersen, hat der NOFV Ermittlungen eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt bereits in einem offiziellen Verfahren.

Der Vater des deutschen Nationalspielers Nils Petersen soll vor dem Ligaspiel beim SV Babelsberg 03 am 30. November (3:1) zwei Spieler des Gegners mit der Absicht kontaktiert haben, ihr Engagement zurückzunehmen. Petersen hatte die Vorwürfe harsch zurückgewiesen.

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