Einzelkritik

Gnabry gibt dem DFB-Spiel mit seiner Schnelligkeit Tiefgang

Serge Gnabry überzeugte beim 3:0-Sieg gegen Russland. Auch Niklas Süle verdiente sich eine gute Note. Die DFB-Einzelkritik.

Erzielt das 3:0 gegen Russland: Serge Gnabry.

Erzielt das 3:0 gegen Russland: Serge Gnabry.

Foto: Getty Images

Leipzig. Manuel Neuer: Hatte zum Glück die Handschuhe mit – gegen die empfindliche Kälte, nicht gegen Schüsse des Gegners. Denn die blieben größtenteils aus. Stürmte einmal etwas voreilig aus seinem Tor, wurde dafür aber nicht bestraft (82.). Note: 3

Matthias Ginter: Ruhiger Abend: In der Defensive kaum gefordert, in der Offensive nicht zwingend erwünscht. Note: 3,5

Niklas Süle: Umsichtiges Zentrum einer Dreierabwehrkette. Und: Torschütze zum 2:0 sowie mit erneut guter Spieleröffnung Wegbereiter zum 3:0 (40.). Note: 2

Antonio Rüdiger (bis 60.): Segelte einmal prächtig an einer Flanke vorbei, was lustig aussah. Wirkte defensiv etwas fahrig. Note: 4

Thilo Kehrer: Begann die Partie forsch und frech und war offensiv auffällig. Leitete die Führung stark ein (8.) und flankte gefährlich. Ab Mitte der ersten Hälfte aber weniger auffällig. Note: 3

Joshua Kimmich: Als Sechser zuverlässig dort, wo er sein muss – und dabei mit geringer Fehlerquote. Mit der ersten guten Ecke Wegbereiter des 2:0 (25.). Allerdings: Im Glück, als sein Ballverlust vor dem eigenen Strafraum nicht zum Anschlusstreffer führt (48.). Note: 3

Kai Havertz (bis 65.): Hat was, das man nicht lernen kann: Die Fähigkeit, alles aussehen zu lassen, als wäre es wolkenleicht. Wie zum Beispiel die Zuckergussflanke für Sané (23.) und das kunstvolle Pässchen zum 3:0 durch Gnabry (40.). Kurzum: feines Startelf-Debüt. Note: 2,5

Jonas Hector (bis 70.): Winkte den Ball herbei, den er dann volley doch nicht richtig traf (30.). Dafür rettete er einmal kurz vor der eigenen Torlinie (55.). Nach einem üblen Tritt Erokhins musste der Kölner ausgewechselt werden. Note: 3,5

Serge Gnabry (bis 73.): Gab dem deutschen Spiel mit seiner Schnelligkeit Tiefgang. Bereitete den Treffer zum 1:0 (8.) sowie die Chancen von Timo Werner (23.) und Jonas Hector (30.) fein vor. Sah, dass er es dann doch selber machen muss und traf kühl zum 3:0 (40.). Note: 2

Timo Werner (bis 65.): Heimspiel in Leipzig. Präsentierte sich aber wie ein Fremder im deutschen Spiel: viel unterwegs, viel Tempo, aber stets glücklos in der letzten Aktion. Note: 3,5

Leroy Sané (bis 77.): Torschütze zum 1:0 (8.). Erster Treffer im 16. Länderspiel. Das animierte den auffälligen Offensivmann zu Spielwitz und einer Grätsche in der eigenen Hälfte. Muss aber nochmal ans Kopfballpendel, weil er fünf Meter vor dem Tor frei auf den Torwart köpfte (23.). Note: 2,5

Jonathan Tah (ab 60.): Ließ auch keinen Treffer mehr zu. Note: 3

Julian Brandt (ab 65.): Schoss einmal gefährlich (88.).

Sebastian Rudy (ab 65.): Spielzeit. Gern genommen.

Nico Schulz (ab 70.): Zwei gefährliche Hereingaben von links, kein Tor.

Thomas Müller (ab 73.): 99. Länderspiel. Jubiläum naht.

Leon Goretzka (ab 77.): Zu spät für Impulse.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.