BUNDESLIGA

Selke bewirbt sich für sein Liga-Comeback

Der Torjäger von Hertha BSC besteht seinen ersten 90-Minuten-Auftritt nach einer Lungen-OP.

Davie Selke (M.) bejubelt sein erstes Tor für Hertha BSC, erzielt am 5. November 2017 zum 3:3-Endstand beim VfL Wolfsburg

Davie Selke (M.) bejubelt sein erstes Tor für Hertha BSC, erzielt am 5. November 2017 zum 3:3-Endstand beim VfL Wolfsburg

Foto: Mathias Renner / City-Press via Getty Images

Berlin.  Nach einer Stunde Spielzeit frage Trainer Pal Dardai: „Davie, wie sieht’s aus?“ Davie Selke, Torjäger von Hertha BSC, winkte ab. „Trainer, lass’ mich drauf. Ich brauch’ jede Einsatzminute.“ Es war zwar „nur“ ein Freundschaftsspiel des Fußball-Bundesligisten bei Hertha Zehlendorf (3:0), aber nach seiner achtwöchigen Pause samt Lungen-Operation will der Stürmer so rasch wie möglich den Anschluss finden. Und weil er gegen den Fünftligisten auf dem Platz blieb, belohnte er sich mit dem sehenswerten Tor zum 2:0 nach 82 Minuten. „Das war ein guter Ball von Pascal Köpke“, erzählte Selke, „dann habe ich ihn reingemacht.“

Vor 3400 Zuschauern auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld rackerte der 23-Jährige, aber so richtig viel gelang noch nicht. „Davie hat sich durch die 90 ­Minuten gequält“, sagte Trainer Dardai, „es ist nicht einfach, nach einer so ­langen Pause zurückzukommen.“

Topspiel in Wolfsburg

Auch die Schilderungen von Selke hörten sich ähnlich an: „Nach meiner Verletzung war es für mich wichtig, die ­Minuten zu bekommen. Am Ende war es zäh und schwierig. Aber es hat mir gut getan“, sagte Selke. Er bekannte, dass ihm der Einstieg ins Lauftraining schwer gefallen war. „Da war ich ziemlich ­kaputt. Aber wir haben jetzt viel ­gearbeitet, es wird.“

Hertha als Tabellendritter bestreitet am nächsten Spieltag zwar das Bundesliga-Topspiel beim Zweiten VfL Wolfsburg (15. September, 15.30 Uhr), aber die personelle Situation in der Offensive ist etwas unübersichtlich. Kapitän Vedad Ibisevic tritt derzeit wegen Knieproblemen etwas kürzer. Ist Selke bereits eine Option für Wolfsburg?

Dardai hofft auf seinen Stürmer

„Gegen Zehlendorf hat sich Davie durchgequält und ein wunderschönes Tor geschossen“, sagte Trainer Dardai. „Ballannahme, Mitnahme und ein perfekter Schuss - so ein Tor würde auch in Wolfsburg sitzen. Wenn er die Belastung verträgt und keine Angst mehr hat, kann ich Davie mitnehmen. Vielleicht wird er dann in den letzten zehn Minuten eingewechselt und macht ein Tor.“

Für Selke stellt sich die Frage nicht. „Wolfsburg? Da freu’ ich mich, habe gute Erinnerungen“, antwortet er wie aus der Pistole geschossen. Im November 2017 hatte Selke beim turbulenten 3:3 in Wolfsburg als Einwechselspieler für den Endstand gesorgt – es war sein erstes Bundesligator nach seinem Wechsel aus Leipzig zu Hertha BSC. Am Ende der Saison 2017/18 hatte Selke zehn Bundesliga-Tore erzielt sowie vier in der Europa League.

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