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Die Bayern setzen im Supercup auf Gnabry und Goretzka

Die Bayern setzen am Sonntag im Supercup gegen Eintracht Frankfurt auch auf ihre Schnäppchen.

MUNICH, GERMANY - AUGUST 05: Leon Goretzka of Bayern Muenchen in action during the pre-season friendly match between Bayern Munich and Manchester United at Allianz Arena on August 5, 2018 in Munich, Germany. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

MUNICH, GERMANY - AUGUST 05: Leon Goretzka of Bayern Muenchen in action during the pre-season friendly match between Bayern Munich and Manchester United at Allianz Arena on August 5, 2018 in Munich, Germany. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Foto: Christian Kaspar-Bartke / Bongarts/Getty Images

München.  Wie das so läuft beim Rekordmeister FC Bayern, das erfuhren Leon Goretzka und Serge Gnabry kürzlich im Trainingslager. Die beiden Zugänge der Münchner waren geladen zum Mannschaftsabend im „Restaurant Freihaus Brenner“ in Bad Wiessee. Spieler, Vorstand und Betreuerstab verspeisten mit Blick auf den See Grillfleisch, Schweinerücken, Garnelen und Risotto mit Pfifferlingen. „Ein Glas Wein“ war auch erlaubt, so Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der bilanzierte: „Ein richtig guter Abend.“

Der musikalische Höhepunkt, wenn man es wirklich so nennen will: Nach dem Essen mussten Goretzka und Gnabry, beide 23 Jahre alt, ihren Einstand geben. Und das, wie es Fußballer so wollen und danach feixend über ihre soziale Kanäle in alle Welt posten, als mehr oder weniger begabte Sänger: Die Neuen gaben „Follow me“ von „Uncle Kracker“ zum Besten. Sagen wir es so: Es wurde viel gelacht.

Erster Titel der Saison wartet

Am Sonntag beginnt der Ernst des (Bayern-)Lebens für G&G, für Goretzka und Gnabry, für die in diesem Sommer kein Cent an Ablöse gezahlt werden musste. Beim Supercup in Frankfurt, in dem der Deutsche Meister auf den DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt trifft (20.30 Uhr, ZDF), geht es um den ersten Titel der Saison – und für die Schnäppchen Goretzka und Gnabry darum, sich ihre Plätze zu ergattern. Während von Schalke gekommene Goretzka länger Urlaub hatte, um seine erste WM und das historisch schwache Scheitern zu verdauen (nur ein Einsatz), war Gnabry bereits mit auf der US-Promotion-Tour im Juli. Beim 1:0 am Sonntag gaben die beiden im Test gegen Manchester United ihren Einstand in der Allianz Arena – und waren mit die auffälligsten Spieler des Abomeisters.

Goretzka hätte beinahe seinen Premieren-Treffer im Bayern-Trikot erzielt, er überzeugte als offensiver Mittelfeldspieler, der gerne in den Strafraum eindringt und – auch per Kopf – seine Chance auf einen Torabschluss sucht. Wegen dieser Qualitäten wurde er von vielen europäischen Spitzenvereinen, etwa dem FC Barcelona, umworben. Von der Dynamik des gebürtigen Bochumers erhoffen sich die Bayern viel. Goretzka betont, „am liebsten auf der Achter-Position“ zu spielen, er sei aber auch „relativ flexibel“ einsetzbar und „bereit, mehrere Positionen in Angriff zu nehmen“.

Goretzka mit Chancen auf Platz in der Startelf

Muss er ja auch. Für die Achter-Rolle hat der neue Bayern-Trainer Niko Kovac noch die Mini-Weltauswahl Thiago Alcántara, James Rodriguez und Corentin Tolisso. Der französische Weltmeister, Bayerns Rekordeinkauf aus dem letzten Sommer, tritt seine zweite Saison in München erst nächste Woche an, wird also erst einmal kein Konkurrent sein für Goretzka, der laut Salihamidzic „eine richtig gute Technik hat“ und daher „in unsere Mannschaft passt“. Explosivität und Wucht durch die Mitte hat den Bayern in der Vergangenheit tatsächlich gefehlt. Arturo Vidal ist zum FC Barcelona gewechselt, daher wird man Thiago, der von Real Madrid umworben sein soll, nicht auch noch abgeben. Dennoch: Goretzka hat gute Aussichten, am Sonntag beim Supercup in Frankfurt gegen die Eintracht in der Startelf zu stehen.

Serge Gnabry wird wohl erst eingewechselt. Der Flügelstürmer, zur vergangenen Saison für nur acht Millionen von Werder Bremen verpflichtet und direkt für ein Jahr an die TSG Hoffenheim verliehen, wurde von Kovac bereits als Rechtsverteidiger und Mittelstürmer ausprobiert. Sein Kerngebiet: die Außenbahnen, ob rechts, ob links – doch da gehen die Altstars Franck Ribéry (35/linke Seite) und Arjen Robben (34/rechte Seite) mit Vorsprung in ihre wohl letzte Saison, außerdem ist da noch der verheißungsvolle Franzose Kingsley Coman (22). Gnabry könne ein Spieler sein, „der den Unterschied ausmacht“, sagt Kovac. Der U21-Europameister von 2017 sei „schnell, geradlinig und dribbelstark, solche Spieler braucht der Fußball heutzutage“.

Für Thomas Müller könnten beide zum Problem werden

Dennoch: Dem gebürtigen Stuttgarter Gnabry bleibt die Rolle des Herausforderers. Für die Institution „Robbéry“, aber auch für Thomas Müller. Gnabry und Goretzka können beide auf der Müller-Position, als Zehner hinter der gesetzten Sturmspitze Robert Lewandowski, agieren und bilden somit ein zweifaches Problem für den Weltmeister von 2014, dessen sportlicher Wert bei der WM in Russland einen dicken Kratzer abbekommen hat. Gnabry und Goretzka sind eine doppelte Bedrohung für Müller. G&G – gut und günstig, dieses Jahr sogar gratis. Aber auch grandios? Das wird sich erst noch zeigen. Für die Bayern aber ist es ein weiterer Schritt, sich zu verjüngen. Sie setzen dabei auf deutsche Nationalspieler.