Fussball

Frankfurt will nicht mit Meier verlängern

Die Entscheidung von Eintracht Frankfurt gegen eine Vertragsverlängerung mit Alexander Meier kommt nicht überall gut an.

Alexander Meier spielte seit 2004 für Frankfurt

Alexander Meier spielte seit 2004 für Frankfurt

Foto: pa

Frankfurt/Main.  Schon der größte Moment in der Karriere von Alexander Meier hatte wie ein Abschied gewirkt. Bei der Pokalübergabe nach dem gewonnenen Finale gegen die Bayern reckte der "Fußballgott" von Eintracht Frankfurt den "Pott" zusammen mit Co-Kapitän David Abraham in den Berliner Nachthimmel, er jubelte kurz - und zog sich wieder in die zweite Reihe zurück. Seine insgesamt 14 Jahre bei den Hessen endeten gut eine Woche später mit einer schnöden Pressemitteilung.

"Wir wissen um die Verdienste von Alex Meier", schrieb Sportvorstand Fredi Bobic, der den auslaufenden Vertrag mit dem 35-Jährigen dennoch nicht verlängerte, am Montagabend: "Aber wir müssen sagen, dass wir hier aus sportlichen Gründen eine Veränderung anstreben und auf jüngere Spieler setzen möchten." Meier, der trotz der anstehenden Dreifachbelastung durch die Europa League nicht mehr gebraucht wird, verstehe das.

Bei den Fans des Pokalsiegers schien das ganz anders zu sein. In den sozialen Medien hagelte es Kritik an der sportlichen Führung, die ohnehin einen gewaltigen Umbruch moderieren muss. Am Mittwoch wird am Main der neue Trainer Adi Hütter vorgestellt, der die Arbeit von Niko Kovac fortführen soll, dabei aber, wie ebenfalls am Montag bekannt wurde, auf Offensivspieler Marius Wolf verzichten muss, der zu Borussia Dortmund wechselt.

Meier selbst betonte zudem, dass er "gerne weiter für die SGE gespielt hätte". Auch wenn er die Entscheidung des Vereins natürlich respektiere. "Ich fühle mich fit, habe in den vergangenen Monaten sehr hart für mein Comeback gearbeitet und möchte weiter Fußball spielen. Das ist für mich das Wichtigste", sagte der Stürmer, der in den vergangenen zwei Jahren nur 26 Pflichtspiele absolviert hatte.

Insgesamt kommt Meier, dem ein Abschiedsspiel garantiert wurde, seit 2004 aber auf 336 Erst- und Zweitligaspiele für die Eintracht. Er erzielte 119 Tore, das letzte im letzten Heimspiel der abgelaufenen Saison. In der Fankurve der Frankfurter Arena wird der Angreifer verehrt wie sonst nur die alten Klub-Ikonen.

"Es hat mir immer sehr viel bedeutet, für diesen Klub zu spielen", sagte Meier: "Ich bin dankbar für die Zeit mit dem Adler auf der Brust und für die vielen schönen Momente." Beim Pokalsieg am 19. Mai hatte ihn Kovac nicht in den Kader berufen, die Fans riefen bei den Feierlichkeiten trotzdem seinen Namen am lautesten.

Im Anschluss an seine aktive Karriere könnte der langjährige Kapitän dann zurückkehren, er besitzt einen Anschlussvertrag. In welcher Funktion, ob als Trainer im Jugendfußball oder als Markenbotschafter könne Meier selbst entscheiden, schrieb der Klub. Wohin es den 35-Jährigen in der Zwischenzeit verschlagen wird, ist noch völlig offen.

Zu Beginn seiner Karriere und in der Jugend hatte der in Buchholz in der Nordheide geborene Stürmer beim Hamburger SV gespielt - vielleicht wird beim abgestiegenen "Dino" ja gerade ein "Fußballgott" gebraucht.