Berliner Amateurfinale

Dadashovs Abschiedsgeschenk an den BFC Dynamo

Der lange verletzte Torjäger trifft doppelt für den BFC Dynamo, doch am Ende macht es der Berliner SC noch einmal spannend.

Die Spieler des BFC Dynamo jubeln über den Berliner Pokalsieg

Die Spieler des BFC Dynamo jubeln über den Berliner Pokalsieg

Foto: Soeren Stache / dpa

Er hatte es versprochen. Und hielt Wort. Dank zweier Tore von Rufat Dadashov (26) gewann Regionalligist BFC Dynamo im Berliner Landespokalfinale mit 2:1 (1:0) gegen den Sechsligisten Berliner SC. „Ich habe versprochen, dass ich mit dem Pokal gehe. Den Wunsch habe ich den Fans erfüllt“, jubelte der Aserbaidshaner Dadashov, der nun eine Liga nach oben zum Drittligisten Münster wechselt.

„Der Pokal bleibt weinrot“, hatten Dynamo-Fans auf ein Banner geschrieben. Sie sollten recht behalten. Trotzdem mussten sich die Dynamo-Spieler nach Schlusspfiff erst einmal schütteln, bevor sie feierten. Lange hatte es so ausgesehen, als ob der BFC souverän gewinnen würde. Die 6428 Zuschauer im Jahn-Sportpark hatten über weite Strecken des Spiels eine dominierende Dynamo-Mannschaft gesehen, deren Arbeit der zuletzt sechs Wochen verletzt pausierende Dadashov krönte. Die Flanke von rechts unterschätzte BSC-Innenverteidiger Deniz Yesiltepe in der 16. Minute. Der hinter ihm postierte Dadashov konnte den Ball mit der Brust völlig unbedrängt annehmen, zurechtlegen und dann zur 1:0-Führung einschieben. „Den habe ich gar nicht richtig getroffen“, gab der BFC-Stürmer hinterher freizügig zu.

Bei seinem zweiten Tor traf Dadashov den Ball perfekt.Nach einem wuchtigen Freistoß aus 35 Metern Entfernung stieg der Stürmer im Strafraum am höchsten und köpfte ein zum 2:0 (62.).

Die Entscheidung schien gefallen, zehn Minuten vor Schluss feierten die Dynamo-Spieler und Betreuer auf der Bank bereits, beglückwünschten sich zum Titelgewinn. Doch es wurde noch einmal turbulent: In der Nachspielzeit, Dadashov war schon mit Ovationen verabschiedet worden, stieß BSC-Spieler Omid Saberdest noch einmal in den Dynamo-Strafraum vor und wurde von Verteidiger Ugurtan Cepni zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte BSC-Kapitän Louis Arnst, für seinen Trainer Wolfgang Sandhowe der Mann des Tages: „Es ist eine Augenweide ihm zuzusehen.“

Der Außenseiter wollte nach Wiederanpfiff nun bedingungslos angreifen. Die Spieler rannten in die gegnerische Hälfte, da war der Pfiff noch nicht ertönt. Schiedsrichter Stefan Paffrath rief die Spieler daher zurück – und zückte plötzlich Rot für Saberdest. „Mir ist ein Fluch rausgerutscht“, erklärte Saberdest später. Der Angriffslust tat das keinen Abbruch. Nach einer Ecke köpfte Maurice Peitz den Ball an die Latte, fast das 2:2. Dann war das Spiel vorbei, endlich aus Sicht des BFC. „Am Ende zählt für uns der Sieg“, sagte Trainer René Rydlewicz. Denn der begehrte Startplatz im DFB-Pokal und damit 115.000 Euro TV-Prämie waren nun gesichert.

In Brandenburg schoss Kevin Weidlich Energie Cottbus zum achten Triumph, das 1:0 (0:0) gegen den SV Babelsberg fiel in der 85. Minute. Die Partie war zu Beginn der zweiten Halbzeit wegen Pyrotechnik im Babelsberger Block unterbrochen, nach Schlusspfiff flogen Böller in Richtung Cottbuser Fans. Die Siegerehrung konnte nicht mehr stattfinden und soll nun am Sonntag beim Relegationsspiel in Cottbus nachgeholt werden.