Fussball

Selbstanzeige versäumt? - DFB weist Bericht zurück

Mitglieder der alten DFB-Führung um Niersbach sollen mehr Daten um den WM-Skandal vernichtet haben als bisher bekannt ist.

Wolfgang Niersbach trat im November 2011 als DFB-Präsident zurück

Wolfgang Niersbach trat im November 2011 als DFB-Präsident zurück

Foto: pa

Frankfurt/Main. Der Deutsche Fußball-Bund hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Mitglieder der aktuellen Führungsspitze um den heutigen Präsidenten Reinhard Grindel dem Verband bei der Bewältigung der WM-Affäre möglicherweise schwer geschadet haben. "Die in der Berichterstattung aufgestellte Behauptung, eine frühzeitige Selbstanzeige hätte den DFB möglicherweise vor einer Steuernachzahlung in Millionenhöhe bewahren können, ist falsch. Es liegt auch kein Versäumnis der verantwortlichen Personen vor", heißt es in der am Freitag verbreiteten Mitteilung des DFB.

Die Bild zitierte am Freitag aus dem Abschlussbericht der Frankfurter Steuerfahndung zu deren Ermittlungen im Skandal um die Weltmeisterschaft 2006. Die wirft den früheren DFB-Funktionären Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt eine Steuerhinterziehung im Zuge der Affäre vor. Der DFB bestreitet diese Vorwürfe, musste aber wegen eines geänderten Steuerbescheides für das WM-Jahr 2006 bereits 19,2 Millionen Euro an Steuern nachzahlen.

In dem Bericht der Steuerfahndung wird laut Bild auch das Verhalten des damaligen DFB-Schatzmeisters Grindel kritisiert, weil der rund um die Enthüllung der Affäre im Oktober 2015 eine frühzeitige Selbstanzeige versäumt habe, die dem Verband die folgenden Ermittlungen und Nachzahlungen hätten ersparen können.

Grindel äußert sich in der DFB-Mitteilung vom Freitag nicht. Die darin enthaltenen Stellungnahmen seiner Präsidiumsmitglieder Reinhard Rauball und Rainer Koch decken sich aber mit den Aussagen, die er in den vergangenen Monaten wiederholt zu diesem Thema geäußert hat. "Keine Selbstanzeige einzureichen, war eine bewusste Entscheidung auf Anraten unserer Anwälte, die gemeinsam im Präsidialausschuss sowie unter Einbeziehung des Präsidiums getroffen wurde. An der Richtigkeit dieser Entscheidung besteht für mich weiterhin kein Zweifel", erklärte der Ligapräsident und DFB-Vizepräsident Rauball.