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Störfeuer zur Unzeit! Kühne wettert gegen den HSV

Kurz vor dem nächsten Abstiegsshowdown des Hamburger SV meldet sich Investor Klaus-Michael Kühne zu Wort.

Vor dem wichtigen Spiel gegen Frankfurt wettert Kühne

Vor dem wichtigen Spiel gegen Frankfurt wettert Kühne

Foto: pa

Hamburg. Klaus-Michael Kühne liebt klassische Musik. Der Milliardär begeistert sich besonders für italienische Opern wie Verdi und Puccini. Doch beim Hamburger SV fehlt Kühne jegliches Taktgefühl. Anders lässt sich die neuerliche Attacke ausgerechnet vor dem Showdown am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt nicht erklären.

"Rein wirtschaftlich betrachtet ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens", sagte der schwerreiche Logistikunternehmer der Süddeutschen Zeitung. Vor allem das Management der Hanseaten bekam von Kühne sein Fett weg: "Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg."

Das neueste Störfeuer des umstrittenen Investors flackert zur Unzeit. Gerade jetzt, wo im sportlichen Überlebenskampf Euphorie und Zuversicht beim HSV aufkeimen, platzt Kühne mit seinen wenig feinfühligen Aussagen herein und sorgt nach wochenlanger Ruhe an der Elbe mal wieder für ein bisschen Drama.

Den Glauben an den Klassenerhalt hat der extrovertierte Unternehmer nach drei Siegen aus den letzten vier Spielen aber noch nicht aufgegeben. Immerhin. "Beim HSV weiß man nie. Es ist noch nicht vorbei", sagte Kühne.

Trainer Titz ist der Hoffnungsträger

Damit die Hoffnung am Leben bleibt, ist ein Sieg beim Europapokal-Anwärter in Frankfurt fast schon Pflicht. Das weiß auch HSV-Coach Christian Titz. "Wenn wir noch über den Strich springen wollen, dann müssen wir auch dort gewinnen", sagte der 47-Jährige, der für sein Team innerhalb des Rennens um die Rettung ja einen ganz eigenen Wettbewerb kreiert hat: Das ultimative K.o.-Turnier für den Klassenerhalt.

Der Sieg vor Wochenfrist in Wolfsburg war das Viertelfinale, gegen "Frankfurt müssen wir wieder zu 100 Prozent alles reinwerfen", sagte Luca Waldschmidt: "Das ist unser Halbfinale." Und am letzten Spieltag, so der Plan, soll im Volkspark das alles Endspiel gegen Mönchengladbach folgen.

"Die Mannschaft lebt", sagte Titz. Doch der neue Hoffnungsträger, der den eigentlich längst abgeschriebenen Dino mit zehn Punkten aus sechs Spielen in den letzten Wochen reanimierte, weiß auch: Wenn es ganz schlecht läuft, könnte am Samstag gegen 17.20 Uhr nach 54 Jahren und dann 255 Tagen für den HSV in der Bundesliga auch schon alles vorbei sein. "Es wird schwer für den HSV, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte Ex-Vorstandschef Heribert Bruchhagen, der den Hamburgern im Duell gegen seinen vorherigen Klub im Stadion die Daumen drücken wird.

So gelingt der Klassenerhalt aus eigener Kraft

Wenn Wolfsburg am Samstagnachmittag zeitgleich in Leipzig verliert und die Hanseaten in Frankfurt gewinnen, dann, ja dann könnte der Klassenerhalt plötzlich wieder aus eigener Kraft gelingen. Der Mythos des unabsteigbaren Dinos lebt jedenfalls wieder mehr denn je, zumal die Lage des HSV vor 14 Tagen noch mit acht Punkten Rückstand aussichtslos schien.

Doch unter Titz (zehn Zähler in sechs Spielen) werden die Hamburger wieder ernst genommen. Zumindest sportlich. Daran können auch die Aussagen von Kühne nichts ändern.