Fussball

Hasenhüttl-Rede vor Mannschaft

Sie haben geredet. Spieler mit Spielern. Trainer mit Spielern. Jetzt wollen sie es umsetzen. Die Krise besiegen.

Trainer Hasenhüttl spricht vor der Mannschaft

Trainer Hasenhüttl spricht vor der Mannschaft

Foto: pa

Leipzig. Die dringend benötigte Wende von RB Leipzig wird zur Willensfrage. Nach vier Pleiten und einem Remis mit insgesamt 18 Gegentoren in den vergangenen fünf Pflichtspielen räumt Trainer Ralph Hasenhüttl ein: "Wir wissen auch, dass wir im Moment nicht bis zur letzten Rille mit Selbstvertrauen vollgestopft sind." Das soll aber nicht bedeuten, dass der Vizemeister sich nun schon geschlagen geben will. "Wir werden keine weiße Flagge hissen", sagte er.

Hasenhüttl nahm auf einem Podium Platz in Krostitz. Spieltags-Pressekonferenz bei einem Sponsor, einer Brauerei. Zu feiern hat RB seit einigen Wochen aber wenig. Durch die Pleiteserie rutschte die Mannschaft aus den Champions-League-Rängen, ist nur noch Sechster in der Tabelle der Fußball-Bundesliga und muss sogar noch um diesen Rang, der wenigstens den Einzug in die Europa League bedeuten würde bangen.

Eintracht Frankfurt ist als Siebter nur einen Punkt schlechter, Aufsteiger VfB Stuttgart hat nur zwei Punkte weniger. Daher ist die Zielsetzung der Leipziger für das letzte Meisterschaftsheimspiel in dieser Saison am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den stark abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg und eine Woche später bei Hertha BSC ganz klar. «Das Maximum herausholen, also sechs Punkte», sagte Hasenhüttl.

Mit einer Rede vor der Mannschaft und in einigen Einzelgesprächen hat Hasenhüttl versucht, in dieser Woche mentale Aufbauarbeit zu leisten. Mit Erfolg, wie er meint. "Ich habe einfach versucht, alle mitzunehmen in unserer jetzigen Situation. Ich glaube schon, dass ich mit den Worten den richtigen Punkte getroffen habe."

Einen Knacks hat die Mannschaft nach Einschätzung des 50 Jahre alten Österreichers durch die 2:5-Niederlage im Rückspiel des Viertelfinales der Europa League bei Olympique Marseille abbekommen. "Da ist etwas gestorben: Die Bereitschaft, nach hinten zu verteidigen", meint Hasenhüttl. Es seien die Wege, die besonders weh tun, für die die Bereitschaft einfach nicht mehr so da sei.

Die Fallhöhe war auch schon ordentlich. Im ersten Jahr in der Bundesliga Vizemeister, in der zweiten Saison damit in der Champions League vertreten. Dort schied das junge Team in der Gruppenphase aus, durfte aber in der Europa League antreten. Leipzig setzte sich gegen den SSC Neapel durch, auch der FC Zenit St. Petersburg konnte Hasenhüttl und seine Mannschaft nicht stoppen. In Marseille hieß es: Rien ne va plus.

Aber nicht nur in Marseille. "Durch das Ausscheiden aus dem internationalen Wettbewerb ist bei den Spielern ein kleiner Bruch entstanden", sagt Hasenhüttl. Die Spieler hätten ihm bestätigt, dass eine gewisse Leere da sei. "Die kriegst du raus mit Erfolgserlebnissen, die aber nicht da waren", erklärt Hasenhüttl.

Samstag soll es soweit sein. Auch die Spieler hätten sich untereinander zusammengesetzt, bestätigte Dominik Kaiser. "Wir müssen es trotzdem auf dem Platz umsetzen", betonte der 29-Jährige, der gegen die Wolfsburger sein letztes Pflichtspiel nach sechs Jahren im RB-Trikot vor heimischer Kulisse bestreiten wird.

Fehlen werden RB-Trainer Hasenhüttl dagegen neben den Langzeitverletzten Marcel Halstenberg und Marcel Sabitzer auch noch die gesperrten Emil Forsberg, Naby Keita und Willi Orban. Ein Comeback von Konrad Laimer nach einem Muskelriss ist offen, er nahm am Mittwoch das Training mit der Mannschaft erst wieder auf.