Fussball

Labbadia schwört Team im Trainingslager auf Showdown ein

Es ist das Duell der Enttäuschten, aber der VfL Wolfsburg steht gegen RB Leipzig noch deutlich stärker unter Druck.

Bruno Labbadia muss Wolfsburg vor dem Abstieg retten

Bruno Labbadia muss Wolfsburg vor dem Abstieg retten

Foto: pa

Wolfsburg/Teistungen. Nach dem Training könnte Bruno Labbadia seine lahmenden Wölfe zum Rutschen-Spaß in die 3000 Quadratmeter große Bäderwelt schicken. Oder er könnte zum Entspannen eine Ayurveda-Anwendung im Wellnessbereich anordnen, um "Körper und Seele in Einklang" zu bringen. Das "Victor’s Residenz Hotel" in Teistungen, in dem sich der VfL Wolfsburg auf den Showdown im Abstiegskampf mit einem Kurztrainingslager vorbereitet, bietet natürlich noch viel mehr. Ein Dampfbad, klar, aber auch bei einer Runde Federball könnten sich Maximilian Arnold und Co. ablenken.

Allerdings blieb es am Donnerstag ein Geheimnis, wie Labbadia das berühmte Wir-Gefühl beim Tabellen-16. stärken wollte, um den drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern. Denn der 52-Jährige sagte: nichts.

Die obligatorische und eigentlich von der DFL vorgeschriebene Spieltagspressekonferenz wurde vom Klub gestrichen. Der Verein befand sich diesbezüglich im Austausch mit der DFL und erläuterte die besondere Situation. Nach nur einem Sieg aus den letzten zwölf Bundesligaspielen hat der Werksklub offenbar ein bisschen seine Souveränität eingebüßt. Die Angst regiert, jetzt gehe es "um nichts anderes als das nackte Überleben", schrieben die Wolfsburger Nachrichten.

Labbadia ist Experte für Retter-Camps

Und dafür schmiedet Labbadia seinen "Notfallplan im Niemandsland", wie die Zeitung titelte. "Sinn der Sache ist, dass wir Ruhe haben und konzentriert und fokussiert arbeiten können. Wir wollen auf und auch außerhalb des Platzes viel Zeit miteinander verbringen", hatte Labbadia gesagt, bevor die Werkself am Mittwoch in die 2500-Seelen-Gemeinde Teistungen in der thüringischen Provinz aufbrach: "Wir haben einen Plan für uns, was wir machen werden."

Labbadia ist ja mittlerweile so etwas wie ein Experte für Retter-Camps. 2015 fuhr er auf dem Weg zum Last-Minute-Klassenerhalt mit dem Hamburger SV gleich zweimal ins berühmt-berüchtigte Malente - inklusive Lagerfeuer und Grillabend. Nun soll auf der der Anlage des FC Wacker 14 Teistungen noch bis Freitag aus einer Ansammlung von durchaus begabten Kickern im Schnelldurchlauf ein Team werden, um das Horrorszenario 2. Liga abzuwenden. Aber ohne Hokuspokus. "Wir werden jetzt nicht über brennende Scherben laufen oder so etwas", sagte Labbadia.

Auch beim kommenden Gegner herrscht mittlerweile Tristesse, Leipzig gegen Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) ist das Duell der Enttäuschten. Nähme man nur die letzten drei Spieltage, wäre Leipzig 16. und Wolfsburg läge auf Rang 17. Doch der größere Druck liegt bei Wolfsburg, glaubt Timo Werner. "Wir haben mit Wolfsburg einen Gegner, der in einer deutlich härteren Krise ist. Da geht es um die Existenz", sagte der Nationalspieler dem kicker: "Im Vergleich dazu haben wir eine Luxuskrise. Denn wir können uns noch für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren."

Und Wolfsburg droht der Fall auf einen direkten Abstiegsplatz, der HSV - vor 14 Tagen noch mit acht Punkten Rückstand abgeschlagen - ist ja wieder auf zwei Zähler dran. "Wenn jetzt nicht alle Alarmglocken läuten, dann habe ich keine Ahnung", hatte U21-Europameister Arnold zuletzt gesagt.