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Wolfsburg-Trainer Labbadia verbietet Rechenspiele

Die Situation bei den Wölfen ist angespannt. Nur die bessere Tordifferenz trennt die Niedersachsen vom Relegationsplatz 16.

Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia braucht mit seiner Mannschaft einen Sieg

Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia braucht mit seiner Mannschaft einen Sieg

Foto: pa

Wolfsburg. Bruno Labbadia will von plötzlicher Endspielpanik nichts wissen. Nur noch vier Chancen bleiben dem erfahrenen Retter, um den VfL Wolfsburg am Ende einer verkorksten Saison doch noch in Sicherheit zu bringen. Um den Abstieg seines millionenschweren Teams zu verhindern. Das Duell bei Borussia Mönchengladbach könnte schon richtungsweisenden Charakter für die Wölfe haben. Doch Labbadia bleibt betont ruhig.

"Wir gehen die letzten vier Spiele genauso an wie die vorherigen. Die Situation ist schon lange eng", sagte Labbadia vor dem Duell am Freitagabend (20.30 Uhr/Eurosport) und versuchte den Druck von seiner Mannschaft fernzuhalten: "Wir schauen immer voll fokussiert nur auf das nächste Spiel. Wir konzentrieren uns nicht auf Rechenspiele."

Die Situation für Wolfsburg ist angespannt

Die Situation ist vor dem Wiedersehen mit dem früheren Wolfsburger Erfolgscoach Dieter Hecking - seit Dezember 2016 auf der Gladbach-Bank - höchst angespannt. Nur die bessere Tordifferenz trennt die Niedersachsen vom Relegationsplatz 16 und auch ein direkter Abstieg ist theoretisch noch möglich. Am Samstag der kommenden Woche kommt der verzweifelt kämpfende Hamburger SV in die Autostadt, die in den vergangenen Wochen unter dem Einfluss des großen Umbruchs bei Volkswagen stand.

Auch der VfL war von den Personalrochaden betroffen. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Francisco Javier Garcia Sanz verabschiedete sich, Frank Witter soll nun als neuer Boss des Kontrollgremium den Neuanfang beim konzerneigenen Klub überwachen. Der VW-Vorstand muss dann auch auch entscheiden, ob er dem viel kritisierten Sportchef Olaf Rebbe weiter eine tragende Rolle zutraut.

Labbadia will Relegationsdrama verhindern

Labbadia berühren die vielen Zukunftsdiskussionen derzeit kaum. Der 52-Jährige will mit aller Macht ein erneutes Relegationsdrama des VfL verhindern, nur die Partie in Mönchengladbach zählt für den früheren Hamburg-Coach. Hoffnung macht Labbadia dabei die neue Stabilität in der Deckung. "Wir haben eine Grundlage geschaffen, auf der die letzten drei Zu Null-Spiele basieren", sagte er: "Jeder kennt die Abläufe, weiß, wie er sich zu verhalten hat."

Allerdings hat Labbadia vor allem auf der wichtigen Position im zentral defensiven Mittelfeld ein Personalproblem. Kapitän Ignacio Camacho und Josuha Guilavogui fehlen verletzungsbedingt, Felix Uduokhai ist nach seiner Gelb-Roten-Karte gesperrt. Bleibt noch Maximilian Arnold, der normalerweise offensiver agiert. "Wir müssen uns wieder etwas einfallen lassen", sagte Labbadia.

Das gilt auch für die Gladbacher, die mit Tabellenrang acht keineswegs zufrieden sind und gegen Wolfsburg einen entschlossenen Schlussspurt Richtung Europacup einläuten wollen. "Auch wenn es gerade nicht so läuft, fühle ich mich sauwohl in Gladbach", sagte Hecking, der von Manager Max Eberl auch über die Saison hinaus eine Jobgarantie erhielt: "Ich spüre hier volles Vertrauen in meine Arbeit. Wir werden im Sommer versuchen, der Mannschaft das eine oder andere Mosaiksteinchen hinzuzufügen."