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Kovac trifft im Pokal-Finale auf Bayern

Eintracht Frankfurt gewinnt dank des Tores von Jovic im Halbfinale mit 1:0 gegen Schalke.

Niko Kovac jubelt über den Einzug ins Pokal-Finale

Niko Kovac jubelt über den Einzug ins Pokal-Finale

Gelsenkirchen. Die letzte Szene aus der ersten Halbzeit war symptomatisch für das Pokal-Halbfinale zwischen Schalke und Frankfurt. Ralf Fährmann, der Torwart der Gastgeber, fühlte sich bei einem Sprungduell mit Eintracht-Spieler Luka Jovic unfair angegangen – und nun wurde gezetert. Erst schimpfte Fährmann, dann Jovic. Bald gesellte sich dessen Teamkollege Jonathan de Guzman dazu, am Ende tummelte sich ein halbes Dutzend Spieler am Schalker Strafraum. Große Aufregung – als emotionaler Ausgleich für die geballte Langweile, die beide Teams bis dahin produziert hatten. Nach der Pause gab es dann immerhin ein Tor zu notieren. Für die Frankfurter, die dank des 1:0 am 19. Mai den FC Bayern im nationalen Cup-Endspiel herausfordern. Mit Niko Kovac, dem künftigen Coach der Münchner, auf der Trainerbank.

Alle unverbesserlichen Optimisten hatte Kovac vorgewarnt: Ihm sei egal, wie seine Mannschaft das Finale in Berlin erreiche, notfalls mit „Betonfußball“, betonte er. Die Darbietung der Hessen entsprach dann dieser Ankündigung: Die Dreierkette der Eintracht bekam häufig Zuwachs von Jetro Willems und Marius Wolf, zusätzlich abgesichert wurde die Defensive durch die Sechser de Guzman und Omar Mascarell.

Aus diesem Bollwerk heraus kam die Kovac-Elf zur ersten Chance der Partie, den 20-Meter-Schuss von Jovic parierte Fährmann aber ohne größere Schwierigkeiten. Auf der Gegenseite schlug Daniel Caligiuri nach einer Viertelstunde einen schönen Freistoß auf Thilo Kehrer, doch der junge Innenverteidiger brachte seinen Kopf nicht in die richtige Position.

Viele Diskussionen im Halbfinale

Ansonsten war die weitgehend unansehnliche Partie gespickt von vielen kleinen Fouls, immer lag irgendein Spieler am Boden. Mitte der ersten Halbzeit erreichte die Begegnung ihren qualitativen Tiefpunkt – und Robert Kampka, der Vierte Offizielle, hatte so viel Muße, dass er eine bestimmte Spielsituation zunächst ausführlich mit Niko Kovac diskutierte. Eine Minute später stand Kampka bei Kovacs S04-Pendant Domenico Tedesco in der Coaching Zone, wo er sich auch dessen Meinung in aller Ruhe anhörte.

Kaum zu glauben, aber wahr: Nach einer halben Stunde kamen die Königsblauen kurz hintereinander zu zwei passablen Chancen: Zur ersten dank Gäste-Kapitän David Abraham, der einen Schuss von Caligiuri fast ins eigene Tor ablenkte. Die zweite resultierte aus der anschließenden Ecke, als Torwart Lukas Hradecky einen Kopfball von Guido Burgstaller über die Latte lenkte. Nach Wiederbeginn ging es zunächst im alten Trott weiter, Mitte der zweiten Halbzeit fand Schalke dann langsam das Gaspedal: Innerhalb von drei Minuten hoppelte eine Hereingabe von Burgstaller parallel zum Frankfurter Tor daher, ohne dass der eingewechselte Yevhen Konoplyanka die Gunst der Sekunde erkannt hätte. Bei einem Konter der Tedesco-Elf rettete Hradecky großartig gegen Burgstaller. Und eine weitere Minute später, nicht ganz so spektakulär, bei einem Schuss von Konoplyanka.

Die Frankfurter schienen bereitgelegt für den K.o.-Schlag, doch eine Viertelstunde vor Schluss setzten sie ihrerseits den entscheidenden Hieb: Eine Ecke von de Guzman lenkte Jovic mit einem prächtigen Hackenstoß ins rechte untere Eck. Zehn Minuten vor Schluss musste Eintracht-Spieler Gelson Fernandez mit Rot vom Platz. Doch nachdem Referee Robert Hartmann in der Nachspielzeit noch einen regulären Treffer des Schalkers Franco Di Santo nicht anerkannte, durfte sich Niko Kovac auf das schräge Finale gegen seinen künftigen Arbeitgeber freuen.

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