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Warum Stürmer Sandro Wagner bei Bayern die Nummer 2 trägt

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Versuch Nummer 2: Sandro Wagner(l.) bei Bayern München mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic

Versuch Nummer 2: Sandro Wagner(l.) bei Bayern München mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic

Foto: Twitter/@FCBayern

Für diese Idee wurde er oft belächelt, jetzt landet der frühere Hertha-Profi doch wieder beim Branchenführer. Das hat seine Gründe.

München.  Sandro Wagner hatte sich schick gemacht für die Heimkehr zu seinem Herzensverein, wenngleich sein kariertes Sakko an die Modesünden Uli Stielikes erinnerte. Dennoch hatte Wagner gut lachen, als er sich am Donnerstag nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund im Pokal-Achtelfinale als Winter-Zugang beim FC Bayern vorstellte. „Eine lange Reise geht für mich zu Ende, ich komme wieder nach Hause zu meinem Verein, in meine Heimat“, sagte er.

Der Fußball-Rekordmeister sei „der beste Verein in Deutschland und einer der besten der Welt. Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen“, betonte der 30-Jährige. Laut dem Portal Transfermerkt.de liegt Wagners Marktwert bei 6,5 Millionen Euro, die Bayern sollen Gerüchten zufolge rund das Doppelte gezahlt haben, offizielle Angaben machte der Klub nicht.

Fakt ist: Wagner war nach Sebastian Rudy und Niklas Süle bereits der dritte Hoffenheimer binnen sechs Monaten, der an die Isar kam, er erhält einen Vertrag bis 2020. Anders als für seine Nationaelf-Kollegen ist es für ihn eine Rückkehr an seinen Geburtsort.

Bester deutscher Bundesligaschütze nach Timo Werner

Wagner, dessen Familie im Münchner Vorort Unterhaching lebt, spielte seit seinem achten Lebensjahr für den FC Bayern, bis er 2008 nach nur vier Bundesliga-Spielen zum MSV Duisburg wechselte. So erklärte sich auch die für einen Stürmer ungewöhnliche Rückennummer 2, die er jetzt wählte. „Meine Lieblingsnummer 14 war leider vergeben (Juan Bernat, d.R.), die 2 finde ich ganz passend, es ist mein zweiter Anlauf hier“, sagte er.

Wagner, der von 2012 bis 2015 auch für Hertha BSC aufgelaufen war, kommt mit der Empfehlung, seit Juli 2015 mit 29 Toren hinter Leipzigs Timo Werner (35) der treffsicherste deutsche Bundesliga-Torschütze zu sein. „Wir sind überzeugt, dass er die Qualität unserer Mannschaft durch seine Klasse und seine Erfahrung weiter erhöhen wird. Ich bin sicher, wir werden an ihm viel Freude haben“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Trainer Jupp Heynckes, der 15 seiner 16 Pflichtspiele gewann, wollte unbedingt einen weiteren klassischen Mittelstürmer, um Robert Lewandowski zu entlasten und den Anforderungen in drei Wettbewerben gerecht zu werden. Die Wahl fiel auf Wagner, der sich selbst einst selbsbewusst als „mit Abstand bester deutscher Stürmer“ bezeichnete. Immerhin singen Fans sogar ein eigenes Lied für ihn.

Bundestrainer Löw hat ihm vom Wechsel nicht abgeraten

Bundestrainer Joachim Löw imponierte die „ehrliche und direkte Art“ ebenso wie Wagners Spielweise, inzwischen hat der Stoßstürmer sieben Länderspiele bestritten (fünf Tore) und auch den Confed Cup gewonnen. Löw gab an, den Wechsel mit Wagner diskutiert – und ihm nicht abgeraten zu haben. „Ich habe ihm gesagt, dass er wahrscheinlich schon genug Möglichkeiten bekommt. In allen drei Wettbewerben sind die Bayern noch vertreten, dann haben sie im nächsten Jahr viele Spiele“, sagte Löw.

Und was sagt Lewandowski zur neuen Konkurrenz? „Ich sehe das sehr positiv“, meinte er kürzlich, es sei ein Vorteil, in der entscheidenden Saisonphase eine Alternative zu haben. Allerdings dachte er da eher an einen „jungen, hungrigen Stürmer, der hinter einem erfahrenen Profi lernen will“. Wagner ist knapp ein Jahr älter als er.

Der U21-Europameister von 2009 wird seine Arbeit nun zu Jahresbeginn im Trainingslager vom 2. bis 7. Januar in Katar aufnehmen. Gut gelaunt wird dann sicher auch der französische Nationalspieler Kingsley Coman (21) am Golf anreisen. Sein Vertrag wurde am Donnerstag um drei weitere Jahre bis 2023 verlängert.

( sid/dpa )