Fußball

Dieter Hecking wird offenbar neuer Gladbach-Trainer

André Schubert muss in Mönchengladbach nach einer desaströsen Hinrunde gehen. Auf den neuen Trainer wartet Abstiegskampf.

 Dieter Hecking, hier als Trainer des VfL Wolfsburg

Dieter Hecking, hier als Trainer des VfL Wolfsburg

Foto: Peter Steffen / dpa

Am Vormittag war André Schubert weg, am Nachmittag Dieter Hecking fast schon da: Nach einem desaströsen Halbjahr hat Borussia Mönchengladbach kurz vor Weihnachten den erwarteten Trainerwechsel vollzogen. Nach übereinstimmenden Medien-Berichten steht Hecking bereits als Nachfolger fest, der 52-Jährige erhält demnach einen Vertrag bis 2019.

Die Borussia wollte den Deal auf SID-Anfrage nicht bestätigen, Gladbachs Sportdirektor Max Eberl hatte zuvor ein Interesse an Hecking aber nicht dementiert. Der Ex-Coach des VfL Wolfsburg sei „einer, der momentan auf dem Markt wäre und bei dem kein anderer Verein sein Veto einlegen könnte“, sagte Eberl.

Hecking hatte zu Beginn seiner Profikarriere zwischen 1983 und 1985 sechs Bundesligaspiele für die Borussia absolviert. Eberl kündigte am Mittwoch an, den neuen Trainer in Kürze zu präsentieren. Nach der Entlassung von Schubert am Vormittag werde „der zweite Schritt nicht allzu lange auf sich warten lassen“, sagte der 43-Jährige.

Am Morgen hatte Eberl noch ein letztes Gespräch mit Schubert geführt, das Ergebnis überraschte rund um den Borussia-Park niemanden mehr. „Es ist immer schlecht und schade, wenn man Trainer entlassen muss. Das fällt uns schwer, und das ist auch nicht in unserer DNA verankert. Ich bin kein Trainer-Killer. Aber es gibt Momente, in denen man Entscheidungen fällen muss“, sagte Eberl.

Ein „neuer Impuls von außen“

Dieser Moment war nach dem bitteren 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg zum Ende eines enttäuschenden Jahres gekommen. Sogar Schubert sah das ein. Ein „neuer Impuls von außen“ könne die richtige Maßnahme für den Klub sein, sagte der 45-Jährige. Ein Verein wie die Borussia werde „immer wichtiger und größer sein als der Einzelne“.

Schubert hatte am Ende nicht nur die Fans, sondern vor allem die Fakten gegen sich. Erst Ende September hatte er seinen auslaufenden Vertrag bis 2019 verlängert, anschließend ging es rapide bergab. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen elf Ligaspielen geht die Borussia mit argen Abstiegssorgen in die Winterpause.

Gesucht wird nun Mr. X, der am Niederrhein endlich wieder für Ruhe sorgen soll. Mit dem neuen Coach soll die Borussia „einen Turnaround schaffen und eine richtig gute Rückrunde spielen“, so Eberl. Der Name Hecking geistert schon seit Wochen durch die Katakomben des Borussia-Parks, einzig die Bestätigung fehlt noch.

Es geht nur noch um den Klassenerhalt

Leicht wird es für den Neuankömmling nicht, in der Rückrunde geht es für die Borussia nur noch um den Klassenerhalt. „Wir sind in einer Situation, in die wir nicht wollten. Wir müssen der Realität ins Auge schauen und die Dinge im Winter analysieren“, sagte Kapitän Lars Stindl.

Eberl kündigte daher auch an, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden, um „der Mannschaft ein Stück Rückhalt zu geben“. Ziel sei es, wieder Ruhe auf dem Platz und in das Umfeld zu bekommen, so der 43-Jährige. Es werde mit dem neuen Trainer „keine grundlegende Revolution“ geben, aber einen neuen Geist.