Bundesliga

Leipzig genießt die Unendlichkeit

Bundesliga-Aufsteiger und Überraschungs-Spitzenreiter RB Leipzig lässt sich auch von den Sticheleien der Konkurrenz nicht ärgern.

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl kommt derzeit aus dem Lachen nicht mehr heraus

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl kommt derzeit aus dem Lachen nicht mehr heraus

Foto: Matthias Hangst / Bongarts/Getty Images

Berlin.  An der Torwand des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF musste sich Ralph Hasenhüttl geschlagen geben. Doch das konnte dem Trainer von Bundesliga-Spitzenreiter RB Leipzig die gute Laune nicht verderben. Der Österreicher hatte zuvor mit einem sympathischen Auftritt und betont sachlichen Antworten weitere Pluspunkte für das umstrittenste Fußball-Projekt Deutschlands gesammelt.

In der Tabelle kann ihm und seinem Team in der Hinsicht ohnehin niemand etwas vormachen. Das Selbstvertrauen der Sachsen wuchs mit jedem ihrer zuletzt sieben Siege in Folge. Ohne, dass sie abheben. „Wir wissen, dass wir nicht unschlagbar sind“, sagte der Erfolgscoach, „aber ich glaube, wenn jemand gegen uns gewinnen will, muss er sehr viel richtig machen und wir auf die Probleme, die uns gestellt werden, keine Lösungen finden.“

Von wegen demütiger Underdog. Solche Töne hören sie nicht gern bei den Platzhirschen. Doch deren Sticheleien und Kampfansagen lassen die Bullen einfach abprallen. Dass Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke „einen solchen Tabellenführer nicht braucht“, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß einen neuen „Feind“ ausgemacht hat, wofür er sich schnell entschuldigte und einen Rivalen daraus machte – egal.

Bayern-Rivale - „das ehrt uns“

„Ich bekomme vieles nur am Rande mit, und es interessiert uns auch nicht besonders“, sagte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick, aber das mit dem Bayern-Rivalen, „das ehrt uns“. Wenn eine „Persönlichkeit wie Uli Hoeneß das über uns und unsere Mannschaft sagt, freuen wir uns darüber“, erklärte Doppel-Torschütze Timo Werner nach dem 4:1 beim SC Freiburg.

Gelassen, selbstbewusst – sie genießen den Moment. „Es gibt Schlimmeres, als Freitagabend zu gewinnen und am Wochenende Bundesliga gucken zu müssen. Man kann sich zurücklehnen und schauen, was die Konkurrenz macht“, sagte Hasenhüttl lächelnd. Die hat derzeit schwer mit eigenen Problemen zu kämpfen und kommt aus dem Staunen nicht heraus, mit welcher Konstanz der Aufsteiger auftritt.

Ist ja einfach bei den unendlichen finanziellen Möglichkeiten, ätzen darauf manche Kritiker aus den unteren Tabellenregionen. Zum einen wollte Hasenhüttl diesen Begriff so nicht stehen lassen, „wir stehen mit unserem Etat in der Mitte der Bundesliga“. Zum anderen fand Christian Streich, Trainer der unterlegenen Freiburger, die passende Einordnung, als er sagte: „Auch mit unendlichen Möglichkeiten muss man erst mal Unendliches schaffen.“