Fussball

Hummels zieht die Champions League einem WM-Titel vor

Der Nationalspieler sieht in Leipzig den schärfsten Bayern-Konkurrenten und für Philipp Lahm eine große Aufgabe beim Rekordmeister.

Für Mats Hummels ist die Champions League eine Herzensangelegenheit

Für Mats Hummels ist die Champions League eine Herzensangelegenheit

Foto: Andreas Gebert / dpa

Rom.  Wenn man einen Charakterzug von Mats Hummels (27) hervorheben möchte, dann ist es sicherlich jener, dass er sich nicht den Mund verbieten lässt und sagt, was er denkt. So ließ der Nationalspieler in der „Bild am Sonntag“ wissen, dass es für ihn wichtigeres gibt, als 2018 in Russland erneut Weltmeister zu werden. „Wenn ich es mir aussuchen müsste für 2018, würde ich den Champions-League-Sieg nehmen. Weil ich den Titel noch nicht habe“, sagte Hummels. Ob Bundestrainer Joachim Löw darüber begeistert ist, darf bezweifelt werden.

Den deutschen Rekordmeister sieht der Profi des FC Bayern unter Trainer Carlo Ancelotti auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. „Wir sind noch nicht am Ende der Entwicklung, es ist noch nicht so, dass ich sage: So holen wir den oder den Titel“, sagte Hummels, „aber wir sind auf dem Weg, dass wir die Leistung bald bringen.“

„Das Spiel, das mir als Fan das Herz gebrochen hat“

Das wird offenbar auch nötig sein, denn der Innenverteidiger hat einen klaren Konkurrenten ausgemacht: RB Leipzig. „Sofern wir Punkte liegen lassen, ist Leipzig ein Titelkandidat. Alles was ich bislang von RB gesehen habe, hat mich überzeugt. Sie spielen sehr offensiv, verteidigen als Mannschaft sehr gut und haben die individuelle Klasse, die du brauchst“, sagte Hummels der „Welt am Sonntag“. Dies sei eine ähnliche Kombination wie zu seiner Zeit bei Borussia Dortmund, „und mit der sind wir zweimal Meister geworden“, ergänzte Hummels.

Seinen Bayern-Teamkollegen Philipp Lahm sieht er künftig in der Rolle eines Sportdirektors oder Sportvorstands. „Ich glaube zu hundert Prozent, dass Philipp in diese Richtung gehen wird. Er kann das“, meinte Hummels. „Als Kapitän bei der Nationalmannschaft hat er die Dinge gut und im richtigen Rahmen angesprochen. Diese Qualitäten könnte er in dieser Position meiner Meinung nach sehr schnell einbringen.“

Eine besondere Beziehung hegt er zu Italien, dem Testspielgegner am Dienstag (20.45 Uhr, ARD): „Ich werde nie das 0:2 im WM-Spiel 2006 vergessen, das mir damals als Fan das Herz gebrochen hat.“