USA-Mexiko

Klinsmann schimpft über Fehler von Herthas Brooks

Mexiko beendet seine Negativserie in den USA. Beide Teams lassen sich Arm in Arm fotografieren und senden klare Botschaft nach Trump-Wahl.

John Brooks (r.) zog sich Klinsmanns Zorn zu

John Brooks (r.) zog sich Klinsmanns Zorn zu

Foto: picture alliance/ZUMA Press / BM

Columbus.  Nach der ersten Heimniederlage der USA in der WM-Qualifikation seit 15 Jahren wächst schon wieder der Druck auf Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann. Das 1:2 in letzter Minute gegen Erzrivale Mexiko zum Auftakt der Sechser-Endrunde in Nordamerika brachte dem umstrittenen Trainer Kritik an seiner gewagten Taktik ein.

„Klinsmanns Plan, mit nicht geeignetem Personal in einem 3-5-2-System zu starten, vernichtete jede Chance, den Mexikanern gleich zu Beginn Paroli zu bieten“, analysierte der TV-Sender ESPN. Nach 25 Minuten und einem 0:1-Rückstand durch Miguel Layun (20.) änderte Klinsmann seine Formation. „Wir mussten etwas korrigieren, weil unsere Mittelfeldspieler nicht in die Zweikämpfe kamen“, erklärte der frühere Nationalstürmer. Im gewohnten 4-4-2 kam das US-Team um Dortmunds Jungstar Christian Pulisic und den Hertha-Profi John Brooks deutlich besser in Tritt. Vier Minuten nach dem Seitenwechsel traf HSV-Akteur Bobby Wood zum 1:1. „Die zweite Halbzeit war wirklich gut. Wir haben nur vergessen, weitere Treffer zu machen“, so Klinsmann.

Marquez köpft zum Sieg

Erfolgreich waren nur die Mexikaner. In der 89. Minute köpfte der frühere Barcelona-Star Rafael Marquez den Ball zum 2:1 für die Gäste ins Netz. Verteidiger Brooks war in dieser Szene unaufmerksam. „Ein individueller Fehler“, schimpfte Klinsmann. Für Mexiko brachte dieses Tor nach vier 0:2-Pleiten in Serie endlich wieder einen Sieg in den Vereinigten Staaten.

Vor dem Anpfiff der brisanten Partie sendeten die Spieler beider Teams eine klare Botschaft, als sie Arm in Arm gemeinsam zum Teamfoto posierten. Nach dem Wahlsieg des künftigen US-Präsidenten Donald Trump und dessen herablassende Aussagen in Richtung mexikanischer Einwanderer und der Ankündigung, an der Grenze eine Mauer zu bauen, besaß die Partie Zündstoff wie selten zuvor. Zwischenfälle oder negative Rufe gab es im Stadion von Columbus allerdings nicht.

Bereits Dienstag ist für die USA ein Erfolg in Costa Rica Pflicht. Ansonsten droht das Team, die WM 2018 in Russland aus den Augen zu verlieren. „Die Botschaft ist klar: Wir brauchen drei Punkte. Wir haben Wut in uns, die wollen wir herauslassen. Wenn wir aber so spielen wie in der zweiten Halbzeit, bin ich nicht besorgt“, so Klinsmann.